Battle Group 2: Mobbile Schiffsballerei auf der Switch
Battle Group erschien bereits 2011 für eure Mobile Geräte. Mittlerweile ist der zweite Teil erhältlich, das sogar auf der Nintendo Switch. Wie so oft wurde sich gedacht, dass der Handheld-Modus sowie der Touchscreen sich gut dafür eignen, ein Spiel zu porten, welches komplett für mobile Geräte konzipiert war. Und genau das haben die Jungs und Mädels rund um Bane Games dann auch getan. Und wie so oft ist die eigentliche Plattform des Spiels ein großes Hindernis, welches die Konsolenversion etwas in den Schatten stellt. Warum genau, erklären wir euch gerne!
Mobiles Schiffe versenken
Die offene See ist euer Revier. Eine gesamte Flotte an Schiffen steht euch zur Verfügung und durchquert die Weltmeere, um für Schutz und Ordnung zu sorgen. Diese Ordnung wird allerdings ins Wanken gebracht, als eine Terroristengruppe namens Talon ins Rampenlicht tritt. Mit massenhaft Flugzeugen, Helikoptern und Raketen attackieren sie sowohl euch als auch die umliegenden Gebiete. Also heißt es auch für euch: Feuer frei! Eure Schiffe fahren dabei stur in eine Richtung. Im Gegensatz zu anderen Shoot’em Ups steuert ihr sie in Battle Group 2 auch nicht, sondern gebt nur an, in welche Richtung ihr feuert. Über den Touchscreen oder mit euren Joycons zielt ihr und feuert Raketen zur angegebenen Richtung, welche dann auf eure Ziele zufliegen und an der angegebenen Stelle explodieren. Unterbrochen wird dieser Ablauf dann immer wieder von Funksprüchen zwischen eurem Team und der terroristischen Vereinigung. So geht es von Level zu Level.
Nach wenigen Minuten zeigen sich aber die ersten kleinen Problemchen. Dass die Geschichte absolut belanglos wirkt und eher einer klassischen Action-Schablone gleicht, ist dabei die geringste Schwierigkeit. Bei so einem kleinen Titel und diesem Genre erwarten wir zwar kein erzählerisches, monumentales Epos. Interessantere Charaktere und eine interessantere Spannungskurve hätten allerdings geholfen, euch länger am Ball zu halten. So ist uns leider keine der Figuren wirklich im Gedächtnis geblieben. Schwerwiegender ist aber trotzdem die Umsetzung des Gameplays von Battle Group 2. Spielt ihr über den Touchscreen, läuft alles wunderbar flüssig. Zielsicher schießt ihr eure Raketen zur gewünschten Stelle. Sobald ihr das Timing heraushabt, ballert ihr massenweise Truppen vom Himmel. Die Herausforderung dabei ist, abzuschätzen, wie lange die Rakete fliegt, wie eure Gegner fliegen und wo damit zu welchem Zeitpunkt die Explosion sein muss, um einen Treffer zu landen.
Kleiner Bildschirm – größere Freude
Sobald ihr allerdings auf dem Fernseher spielt, wird das Zielen ein absolutes Grausen. Viel zu langsam und unpräzise bewegt sich das Fadenkreuz über den Bildschirm. Während ihr zuvor in Sekundenschnelle eine riesige Salve Raketen abfeuert, ist es nun oft schon zu spät, wenn ihr die Zielvorgabe an der gewünschten Stelle platziert habt. Das lässt den flüssigen Spielablauf plötzlich sehr klobig wirken. Auch der Zugriff auf mögliche Spezialfähigkeiten ist so alles andere als intuitiv.
Spezialfähigkeiten schaltet ihr in Battle Group 2 nämlich auch mit der Zeit frei. In begrenzter Anzahl könnt ihr so zum Beispiel die Zeit anhalten, um alle Gegner auf dem Bildschirm zielsicher wegzufegen. Diese Fähigkeiten löst ihr über eine einfache Berührung des dazugehörigen Symbols auf dem Bildschirm aus. Spielt ihr mit den Joycons, müsst ihr eine bestimmte Richtungstaste drücken, die aber nirgends angezeigt wird. Auswendig lernen ist hier also die Devise. Und das kann unheimlich nerven! Da ihr nämlich nur begrenzt Kräfte einsetzen könnt, müsst ihr verbrauchte zwischen den Missionen in einem Shop auffüllen.
Spürbare Ursprünge von Battle Group 2
Der Shop zwischen den Missionen soll dabei vor allem etwas Abwechslung ins Spiel bringen. Hier könnt ihr eure Schiffe aufrüsten, Begleitschiffe kaufen, wovon eines mit einer zusätzlichen Spezialfähigkeit durchgehend neben euch das Wasser befährt und eben verbrauchte Fähigkeiten wieder auffüllen. So könnt ihr von Mission zu Mission eure Taktik variieren oder euch zumindest mit Fähigkeiten auffüllen, die das Vorankommen deutlich erleichtern. Je besser ihr nämlich in einer Mission abschneidet, desto mehr Punkte bekommt ihr. Diese könnt ihr dann im Shop ausgeben.
Neben möglichst schadfreien Durchgängen belohnt das Spiel euch außerdem, wenn ihr mehrere Treffer in Folge landet. In der Mobile-Version könnt ihr diese Punkte natürlich auch mit Echtgeld ersteigern. Das ist glücklicherweise in der Konsolenversion gestrichen, allerdings wurde Battle Group 2 in dieser Hinsicht trotzdem nicht optimal angepasst. Es dauert ewig, bis ihr genügend Punkte gesammelt habt, um wirklich vom Shop profitieren zu können. Wenn ihr also keine Freude daran habt, Missionen ständig als Grind zu wiederholen, dürfte euch schnell langweilig werden.
Fazit
Insgesamt sind wir also sehr skeptisch. Man merkt einfach an jeder Ecke, dass ihr hier ein ursprüngliches Mobile Game zockt. Solange ihr im Handheld Modus spielt, ist das noch zu verkraften. Auf dem großen Bildschirm fällt aber sofort die unpraktische Steuerung sowie die matschigen Texturen auf. Battle Group 2 wird zu schnell zu belanglos, als dass wir es ohne weiteres empfehlen würden. Ein motivierender Soundtrack oder eine spannende Geschichte hätten da etwas retten können. Aber so ist es wirklich nur auf euren Smartphones ein kurzer und passender Zeitvertreib, wenn ihr denn mit dem Genre etwas anfangen könnt.

