Banijay erweitert Glücksspiel-Imperium: Milliarden-Übernahme von Tipico
In einem milliardenschweren Deal vollzieht Banijay einen weiteren Schritt zur Stärkung seines Glücksspielsegments: Der französische Entertainmentkonzern übernimmt den deutschen Sportwettenanbieter Tipico von dem Finanzinvestor CVC. Der Unternehmenswert, der auch die übernommenen Schulden einbezieht, beläuft sich auf 4,6 Milliarden Euro.
Mit dieser strategischen Übernahme plant Banijay, seine Position im Sportwetten- und Online-Glücksspielmarkt erheblich auszubauen. Tipico wird künftig neben Banijays bestehendem Anbieter Betclic agieren, was die Gruppe zum viertgrößten europäischen Anbieter in diesem Bereich machen könnte.
Tipico verzeichnete im Jahr 2024 in Deutschland beeindruckende Einnahmen von 1,3 Milliarden Euro und erweiterte sein Portfolio kürzlich mit der Übernahme der österreichischen Plattform Admiral, die jährlich 346 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit einem Marktanteil, der jede zweite Sportwette in Deutschland umfasst, ist Tipico ein Schwergewicht in der Branche. Betclic hingegen ist in mehreren europäischen Ländern sowie in der Elfenbeinküste präsent und erzielte zuletzt Einnahmen von 1,4 Milliarden Euro.
Die Transaktion steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden und soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Parallel plant Betclic, seinen Mehrheitsanteil am deutschen Sportwettenanbieter Bet-at-Home zu veräußern.
Neben dem Sportwetten- und Glücksspielgeschäft ist Banijay vor allem für die Produktion und den Vertrieb von TV-Entertainment-Inhalten bekannt und tritt auch bei Live-Veranstaltungen in Erscheinung. Mit der Integration von Tipico erhofft sich das Unternehmen nicht nur Umsatzsynergien, sondern auch mittelfristige Kosteneinsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro.
Nach der Übernahme wird Banijay zunächst knapp 65 Prozent des neu formierten Unternehmens, bestehend aus Betclic und Tipico, halten. Dieser Anteil soll perspektivisch mindestens auf 72 Prozent steigen. CVC bleibt als Minderheitsbeteiligter an Bord, während die Gründer von Tipico ihre gesamten Anteile in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen.

