Balancer-Protokoll sieht 70 Mio. $-Abfluss bei vermutetem Krypto-Exploit

Balancer, eines der etabliertesten DeFi-Protokolle mit einem Total Value Locked (TVL) von mehr als 700 Millionen $, scheint einen ernsthaften Exploit erlitten zu haben, was der Industrie, die immer noch mit Sicherheitsbedenken zu kämpfen hat, zusätzlichen Stress bereitet. Erste On-Chain-Beweise deuten darauf hin, dass Angreifer Vermögenswerte über mehrere Chains abgezogen haben, wobei die Verluste nun über 98 Millionen $ übersteigen, was diesen Vorfall zu einem der größten DeFi-Sicherheitslücken des Jahres 2025 macht.
Der Angriff scheint sich auf Balancer-Liquiditätspools konzentriert zu haben, wobei hochbewertete Vermögenswerte, darunter Wrapped ETH und Liquid-Staking-Derivate, durch koordinierte Cross-Chain-Bewegungen abgezogen wurden. Erste Wallet-Traces zeigen, dass die Gelder schnell durch Mixing-Dienste und Brücken-Netzwerke geleitet wurden. Dies deutet auf eine ausgeklügelte Operation hin, die darauf abzielt, die Rückverfolgbarkeit zu minimieren.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Balancer mit einem Sicherheitsvorfall konfrontiert ist, und das Ausmaß dieses Exploits entfachte erneut Diskussionen über Protokollhärtung, Risiken im Zusammenhang mit Liquiditätspools sowie Cross-Chain-Angriffsvektoren. Es mindert auch das Vertrauen des Marktes in einer Zeit, in der das institutionelle Interesse an DeFi-Infrastruktur allmählich zurückkehrt.
Mehr als 98 Mio. $ in ETH-basierten Vermögenswerten abgezogen, da Marktschwäche zusätzlichen Druck erzeugt
Laut On-Chain-Daten, die von Lookonchain zusammengestellt wurden, führte der Balancer-Exploit zum Verlust einer erheblichen Menge hoch bewerteter, Ethereum-basierter Vermögenswerte. Zu den gestohlenen Geldern gehören 6.587 WETH (etwa 24,46 Millionen $), 6.851 osETH (rund 26,86 Millionen $) und 4.260 wstETH (ungefähr 19,27 Millionen $). Diese Zahlen bestätigen, dass der Angreifer die Kernliquiditätsholdings anvisierte, insbesondere Liquid-Staking-Assets und Wrapped Ether. Vermögenswerte, die häufig in fortgeschrittenen DeFi-Strategien und institutionellen Portfolios verwendet werden.
Das Ausmaß der Abflüsse verdeutlicht die Schwere des Exploits und unterstreicht die anhaltenden Schwachstellen in der Architektur von Cross-Chain- und Liquiditätspools. Noch wichtiger ist, dass dieser Vorfall zu einem sensiblen Zeitpunkt für den Markt eingetreten ist. Ethereum steht bereits unter Verkaufsdruck und kämpft darum, wichtige Niveaus inmitten einer allgemeinen Schwäche des Kryptomarkts zurückzuerobern. Die Risikobereitschaft hat sich verringert, die Liquidität ist selektiver geworden und das Sentiment bleibt fragil nach kürzlichen Volatilitäten.
Der Balancer-Bruch fügt einem Ökosystem, das versucht, seine Stabilität wiederzugewinnen, eine weitere Stressschicht hinzu. Große Exploits wie dieser dienen als eindringliche Erinnerung daran, dass das Risiko von Smart Contracts eine der größten Herausforderungen des Sektors bleibt. Da Anleger bereits vorsichtig sind, verstärkt das Timing die Unsicherheit — und die Reaktion des Marktes in den kommenden Tagen wird ein entscheidender Test für das Vertrauen in die Ethereum- und DeFi-Landschaft sein.
Balancer (BAL) handelt nahe Zyklustiefs, da Verkäufer die Kontrolle behalten
Der native Token von Balancer, BAL, steht weiterhin unter starkem Druck und liegt jetzt bei etwa 0,97 $, nahe den Mehrjahrestiefs. Das Wochenchart zeigt anhaltende Schwäche, wobei der Preis seit Mitte 2024 kontinuierlich fällt und immer wieder daran scheitert, wichtige gleitende Durchschnitte zurückzuerobern. Die gleitenden 50-Wochen- und 100-Wochen-Durchschnitte liegen deutlich über dem Preis und neigen nach unten, was eine langfristige bärische Struktur verstärkt und darauf hindeutet, dass die Dynamik bei den Verkäufern bleibt.
Jüngste Versuche, sich zu erholen, waren flach und von kurzer Dauer. Dies deutet auf ein begrenztes Kaufinteresse hin und auf eine Zurückhaltung der Marktteilnehmer, sich nach den neuesten Exploit-Nachrichten aggressiv zu positionieren. Diese Schwäche bestand bereits vor dem Vorfall. Allerdings befindet sich BAL seit Monaten in einem konstanten Abwärtstrend und kämpft darum, die Nachfrage selbst während breiterer Markterholungsphasen zu halten.
Da der Token nahe an seinen Nach-Listing-Tiefs liegt, befindet sich der Markt in einer „Zeig-mir“-Phase. Die Bullen müssen mindestens den Bereich zwischen 1,20 $–1,40 $ zurückerobern und über den 50-Wochen-Durchschnitt steigen, um den vorherrschenden Abwärtstrend in Frage zu stellen. Sollte dies nicht gelingen, droht eine stärkere Preisverengung und potenziell eine neue Preisfindung nach unten.

