Bahn-Sanierung zwischen Köln und Hagen: Ein Kompromiss gegen die Zeit

Die Deutsche Bahn steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Die Generalsanierung der Strecke zwischen Köln und Hagen beginnt diesen Freitagabend und wird bis zum Juli nächsten Jahres andauern. Doch was zunächst als umfassende Erneuerung klingt, spart einige der maroden Stellwerke aus, sehr zum Unmut der Grünen im Bundestag. Kritisch anzumerken ist, dass einige Stellwerke in einem schlechten Zustand sind, jedoch erst in den "2030er Jahren" erneuert werden sollen. Diese Entscheidung sorgte für stirnrunzelnde Kritik, insbesondere von den Grünen, die diese Vorgehensweise als "Schummel-Sanierung" bezeichnen.
Selbst das Bundesverkehrsministerium gab zu, dass an den derzeitigen Stellwerken keinerlei Maßnahmen geplant sind und dies auch nicht Bestandteil der 800-Millionen-Euro-Sanierung ist. Doch wofür werden die Millionen bei der Bahn dann eigentlich eingesetzt? Laut einer Sprecherin der Bahn liegt der Fokus der Maßnahmen zunächst auf der Erneuerung von Gleisen und Bahnhöfen, die sich in einem inakzeptablen Zustand befinden. Die Bahn argumentiert, dass diese Elemente derzeit dringendere Modernisierungen benötigen, damit die Fahrgäste von einer "deutlich besseren Infrastruktur" profitieren können.
Stellwerke hingegen stehen auf einem langen Fahrplan der Bahn. Die Strecke wird bis zum 10. Juli für den Zugverkehr gesperrt und Fernzüge in Richtung Berlin werden weiträumig umgeleitet. Ersatzbusse sollen den regionalen Verkehr abfangen. Ein kleiner Trost scheint zu sein, dass nach der Generalsanierung Teilnehmer an mindestens fünf Jahre ungestörtem Bahnverkehr ohne weitere Baustellenzeiten denken können.

