Bahn im Dauerstreit: Drohen neue Warnstreiks?
Deutsche Bahn und ihre Fahrgäste stehen vor einer weiteren entscheidenden Verhandlungsrunde mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), in der es um Tarifverträge geht. Verhandlungen zu Löhnen und Arbeitsbedingungen sind bei der Bahn schon fast zur Gewohnheit geworden. Diesmal könnten Warnstreiks jedoch vorerst ausbleiben, da die Friedenspflicht noch bis Ende März besteht. Doch wenn keine Einigung erzielt wird, dürften neue Arbeitsniederlegungen ab April nicht ausgeschlossen sein.
Hintergrund der häufigen Verhandlungstermine sind die unterschiedlichen Vertragslaufzeiten mit der EVG und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Erstere fordert aktuell 7,6 Prozent mehr Gehalt, zusätzliches Schichtgeld sowie einen Jobgarantie bis 2027. „Wertschätzung und Sicherheit“ stehen dabei im Fokus der Verhandlungen, so Cosima Ingenschay von der EVG.
Ein weiterer Einflussfaktor auf den Verhandlungstakt ist die bevorstehende Bundestagswahl. Deren ungewisser Ausgang lässt die EVG um die Zukunft der Bahn fürchten, insbesondere da eine neue Regierung unter der Union potenziell die Aufspaltung des Bahnkonzerns vorantreiben könnte. Die Verhandlungen sollen nun beschleunigt werden, damit eine Einigung vor dem politischen Machtwechsel erzielt werden kann.
Die Bahn steht derweil unter erheblichem Druck, sowohl wirtschaftlich als auch betrieblich. Häufige Verspätungen und ein finanziell angeschlagener Güterverkehr bereiten Sorgen. Die geplante Sanierung des Schienennetzes soll Abhilfe schaffen. Ein enger finanzieller Spielraum könnte jedoch die Tarifverhandlungen mit der EVG weiter erschweren. Die Bahn äußerte sich bislang zurückhaltend zur Forderung der EVG, zügig ein Angebot zu präsentieren.

