Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer bleibt trotz Zufriedenheit hoch
In Deutschland ist mehr als die Hälfte der Berufstätigen offen für einen Jobwechsel, wie eine aktuelle Umfrage des Jobportals Indeed unter 1.000 Arbeitnehmern ergab. Rund 57,7 Prozent der Befragten können sich vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln, was einen Anstieg von knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Ein Drittel dieser Wechselwilligen plant, die Veränderung bereits bis Mitte des Jahres anzugehen. Interessanterweise zeigen sich rund 70 Prozent der Umfrageteilnehmer mit ihrer aktuellen Arbeitsstelle zufrieden. Dennoch spielt der Gedanke an einen Wechsel bei fast der Hälfte von ihnen eine Rolle.
Als Hauptgründe für den Wechsel werden eine bessere Bezahlung (41 Prozent), mehr Wertschätzung (32 Prozent) und interne Entwicklungschancen (30 Prozent) genannt. Auch ungünstige Arbeitskonditionen wie starre Arbeitszeiten oder fehlende Möglichkeiten zum Homeoffice (26 Prozent) sowie Unzufriedenheit mit der Führungskraft (26 Prozent) sind von Bedeutung. Indeed vermeldet dennoch einen Rückgang der Stellenanzeigen im vergangenen Jahr.
Geschäftsführer Frank Hensgens betont, dass ein abkühlender Arbeitsmarkt normalerweise zu einer größeren Zurückhaltung bei Jobsuchenden führt. Der Umstand, dass die Wechselbereitschaft dennoch angestiegen ist, sei daher bemerkenswert. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten ist es nachvollziehbar, dass Gehaltserhöhungen im Fokus stehen, so Hensgens.
Außerdem spielt Jobsicherheit für viele eine entscheidende Rolle, insbesondere für diejenigen, die trotz Unzufriedenheit im Job bleiben; 57 Prozent von ihnen schätzen einen sicheren Arbeitsplatz. Besonders auffällig: Trotz des weit verbreiteten Personalmangels in Unternehmen, den 71 Prozent der Befragten bestätigen, sorgt sich dennoch jeder Fünfte um einen möglichen Jobverlust in diesem Jahr. Viele schieben diese Sorge auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung. Der überwiegende Teil der Befragten (63 Prozent) sieht jedoch ihre Anstellung nicht in Gefahr.

