Stromausfall: Deutsche Städte auf dünnem Eis
Volker Geyer, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbunds dbb, schlug unlängst Alarm: Ein Blackout, ähnlich dem mehrtägigen Stromausfall in Berlin, sei auch in anderen Städten jederzeit möglich. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sprach er von einer Katastrophe und kritisierte, dass Deutschland offenbar nicht auf Krisen dieser Art vorbereitet sei. Diesbezüglich mahnte er eine dringende Überprüfung der Kontrollmechanismen und gesetzlichen Vorgaben an, die für Betreiber kritischer Infrastruktur gelten.
Verwiesen wurde auf die Verwundbarkeit von Städten wie Köln, Stuttgart oder München, wo ähnliche Szenarien nicht ausgeschlossen werden können. Geyer betonte, dass der Staat sich nicht vorführen lassen dürfe, gerade in Krisensituationen sei die Handlungsfähigkeit des Staates unerlässlich. Besonders hob er die Erwartungen der Bevölkerung hervor, die sicherstellt sehen möchte, dass der Staat in der Lage ist, adäquat zu reagieren.
Grund für die Hilfslosigkeit des Staates sei, so Geyer, die fortschreitende Privatisierung kritischer Infrastruktur. Er nannte beispielhaft Bereiche wie die Energieversorgung, das Telekommunikationsnetz und die Bahn. Besonders beunruhigend sei auch die Entwicklung rund um die Autobahn GmbH, die trotz staatlicher Eigentümerschaft mittlerweile kaum direkten staatlichen Eingriff zulasse.
Der Hintergrund für die Diskussion ist ein Brandanschlag, vermutlich von Linksextremisten, auf Stromkabel. Dieser Vorfall führte von Samstag bis Mittwoch zu einem umfassenden Stromausfall im Berliner Südwesten. Rund 100.000 Menschen litten mitten im Winter unter dem Mangel an Strom, Heizung, Internet und Mobilfunk.

