Bahn auf neuen Gleisen: Modernisierungsoffensive bis 2035 verlängert
Die geplante Modernisierung des deutschen Schienennetzes nimmt einen neuen Kurs. Die Deutsche Bahn hat entschieden, die dringend benötigte umfassende Erneuerung von mehr als 40 stark frequentierten Strecken bis zum Jahr 2035 zu strecken. Diese vierjährige Verlängerung gegenüber dem ursprünglichen Plan von 2031 soll den bahnbrechenden Umbau des Fernverkehrsnetzes maßgeblich prägen und verspricht langfristig eine höhere Pünktlichkeit.
Das ehrgeizige Projekt, zu dem die „Generalsanierungen“ gehören, startete bereits auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim und wird als Nächstes die Strecke Hamburg-Berlin umfassen. Zu den Maßnahmen zählen umfangreiche Erneuerungen von Gleisen und Bahnhöfen sowie die Einführung einer digitalen Infrastruktur, die das Netz für mindestens fünf Jahre störungsfrei halten soll.
Auf Widerstände stieß der ursprüngliche eng gefasste Zeitplan, insbesondere unter Wettbewerbern im Güterverkehr. Diese bemängelten die unzureichend geplanten Umfahrungen und die Belastung bestehender Strecken. Auch politische Stimmen wie die Union pochten auf eine kritischere Überprüfung der Strategie.
Mit dem neuen Vorschlag koppelt die Bahn die Bauvorhaben an das auf 500 Milliarden Euro geschätzte Sondervermögen des Bundes zur infrastrukturellen Aufrüstung. Dieses finanzielle Polster soll die geplante Entzerrung der Bauvorhaben ab 2027 flankieren, wobei konkrete Termine noch in Abstimmung mit dem Bund festgelegt werden.
Die Verschiebung, die unter anderem die dringendsten Maßnahmen wie die Strecke Frankfurt-Heidelberg erst für 2030 und Lübeck-Hamburg für 2028 einplant, wurde von Wettbewerbern im Bahnsektor positiv aufgenommen. Laut Peter Westenberger vom Verband Die Güterbahnen steht dieser Schritt für eine Besinnung auf fachliche Aspekte anstelle politischer Schnellschüsse.
Dennoch bedeutet dies für Reisende längere Phasen der Unannehmlichkeiten, da bestehende Störungen unverändert fortbestehen könnten, bis die Sanierungen endlich starten.

