Automobilversicherung in der Preisklemme: Millionen Briten betroffen
Die Krise auf dem britischen Automobilversicherungsmarkt spitzt sich zu: Laut aktuellen Schätzungen von Citizens Advice haben sich im vergangenen Jahr weitere tausende Menschen aus dem Markt verdrängt gefühlt. Insgesamt beläuft sich die Zahl derer, die aufgrund unerschwinglicher Versicherungskosten nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen, auf geschätzte 2,6 Millionen. Allein in den letzten 12 Monaten sei diese Gruppe um 900.000 Personen gewachsen. Diese Schätzungen basieren auf einer großangelegten Untersuchung von Walnut Unlimited, die über 6.000 Menschen im Vereinigten Königreich befragte.
Die Untersuchung ergab, dass etwa 3% der Erwachsenen, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr fahren, sich den Versicherungsschutz schlicht nicht leisten können. Gleichzeitig verloren rund 2% der Fahrer innerhalb des letzten Jahres ihre Deckung aus finanziellen Gründen. Besonders betroffen sind jene, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind: Ein Viertel (25%) hat Schwierigkeiten, die Beitragszahlungen fristgerecht zu leisten. Ein Drittel dieser Gruppe sieht sich gezwungen, für die Versicherung zu leihen, an notwendigen Ausgaben zu sparen oder sogar Schulden zu vernachlässigen.
Ein 21-jähriger Büroangestellter schilderte der Organisation die Herausforderung der monatlichen 100-Pfund-Verpflichtung, die den größten Einzelposten im Budget darstellt. Neben Miete und Rechnungen sei kaum mehr für Freizeitangebote übrig, da die versicherungsbedingten Kosten das verfügbare Einkommen auffressen.
Dame Clare Moriarty, CEO von Citizens Advice, hebt hervor, dass Auto-Versicherungen für viele Menschen unverzichtbar seien, sei es für den Arbeitsweg, den Schulbesuch der Kinder oder Arzttermine. Dennoch werden laut Moriarty viele aus diesem Markt ausgeschlossen. Sie fordert mutige Maßnahmen zur Bekämpfung der steigenden Kosten, inklusive gezielter Unterstützung für diejenigen, die am stärksten betroffen sind.
Ein Sprecher des ABI betont, dass Versicherungsanbieter die Notwendigkeit des Autofahrens für das tägliche Leben erkennen und bemüht sind, den Fahrern entgegenzukommen. So beliefen sich die Schadensauszahlungen der Versicherungsgesellschaften im letzten Jahr auf 11,3 Milliarden Pfund. Dennoch stünden sie unter erheblichen Kostenbelastungen aufgrund von Arbeitskräftemangel, Teileverzögerungen und genereller Preissteigerungen. Positiv zu vermerken sei jedoch ein Rückgang der durchschnittlichen Versicherungskosten um 2% im dritten Quartal dieses Jahres, was bereits dem Rückgang im zweiten Quartal von 2024 folgt.

