Aufschwung an den US-Börsen dank Inflationsdaten und Micron-Erholung
Die US-amerikanischen Aktienmärkte erhielten nach den jüngsten Verlusten am Donnerstag neuen Schwung. Die Ursache: positive Inflationsdaten und optimistische Aussichten von Micron, einem führenden Hersteller von Speicherchips. Der Dow Jones Industrial legte rund zwei Stunden vor Handelsschluss um 0,6 Prozent zu und erreichte 48.170 Punkte. Während der Index am vergangenen Freitag mit 48.887 Punkten noch ein Rekordhoch markierte, verzeichnete er seither eine Phase der Konsolidierung.
Im Hintergrund steht eine im November unerwartet gesunkene Inflationsrate in den USA. Diese Entwicklung weckt Hoffnungen auf weitere Leitzinssenkungen der Fed im kommenden Jahr. Jedoch bleibt die Unsicherheit aufgrund des teilweise bis Mitte November andauernden Regierungsstillstands präsent. Fehlende wirtschaftliche Daten mindern die Aussagekraft der verfügbaren Informationen.
Auch der S&P 500 erlebte einen Aufschwung von 1,2 Prozent auf 6.802 Punkte. Der Nasdaq 100, geprägt von Technologieaktien, stieg um 2,0 Prozent auf 25.135 Punkte. Vor allem die Erholung der KI-Infrastrukturwerte begünstigte diesen Anstieg, nachdem zuvor Gewinnmitnahmen Druck ausgeübt hatten.
Trotz bisheriger Jahresgewinne von fast 20 Prozent bleibt der Nasdaq 100 technisch angeschlagen, nachdem er unter die 50-Tage- und 21-Tage-Linien gefallen ist. Die jüngste Stabilisierung könnte daher lediglich eine Zwischenphase in einem fortdauernden Konsolidierungsprozess darstellen.
Besondere Erholung erlebte Micron, dessen Aktienkurs um 14 Prozent stieg. Mit soliden Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, insbesondere auf die Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Anwendungen, brachte das Unternehmen positive Impulse in die Branche. Auch Broadcom profitierte von Microns Erfolg und drehte nach anfänglichen Verlusten mit einem Plus von 1,1 Prozent in die Gewinnzone. Oracle, AMD und Nvidia legten ebenfalls deutlich zu.
Abseits des Technologie-Sektors stiegen Lululemon um 4,9 Prozent, beflügelt von positiven Zahlen und einem deutlichen Interesse des aktivistischen Investors Paul Singer, dessen Fonds Elliott mehr als eine Milliarde Dollar investierte. Im Gegensatz dazu verzeichnete Birkenstock nach einem wenig überzeugenden Ausblick einen deutlichen Kursverlust von 8,7 Prozent.
Medline hingegen stabilisierte sich nach ihrem glanzvollen Börsendebüt mit einem minimalen Rückgang von 0,1 Prozent bei 40,95 Dollar. Der Anbieter von Medizinprodukten erzielte mit einem Emissionserlös von 6,3 Milliarden Dollar den größten Börsengang des Jahres in den USA und erreichte eine Marktkapitalisierung von rund 54 Milliarden Dollar.

