Aufbruch in die Zukunft: Mobilfunkversorgung auf Schienen verbessern
In Deutschland können Bahnreisende bald von einem verbesserten Mobilfunksignal profitieren, dank einer umfassenden Umrüstung der Zugtechnik. Rund 10.000 Lokomotiven, Triebzüge und Steuerwagen werden mit einer neuen Funktechnologie ausgestattet, die sicherstellt, dass mehr Frequenzspektrum für die Mobilfunkversorgung entlang der Bahnstrecken verfügbar ist. Ein großer Schritt nach vorne, der mehr Netzanbindung für die Nutzer von Smartphones auf Reisen verspricht.
Bislang war die Nutzung eines wichtigen Mobilfunk-Spektrums durch den Zugfunk GSM-R eingeschränkt. Die alte Technik blockierte Frequenzen im 900-MHz-Band, die durch Mobilfunkanbieter für den LTE-Standard verwendet werden. Mit der Einführung von widerstandsfähigeren Geräten kann diese Frequenz nun ohne Beeinträchtigung durch Bahntechnologie genutzt werden. Damit wird die Grundlage für eine verbesserte Netzqualität entlang der Bahnstrecken geschaffen, was die Nutzung von Streaming-Diensten und stabile Anrufe während der Zugfahrt erleichtert.
Unterstützt durch eine Förderung von 95 Millionen Euro des Verkehrs- und Digitalministeriums, wird die Umstellung zum Jahreswechsel 2024 abgeschlossen sein. Bundesdigitalminister Volker Wissing betonte die Herausforderungen einer lückenlosen Mobilfunkversorgung entlang der Gleise und begrüßte die Initiative, die für eine spürbare Verbesserung sorgt. Ähnlich äußerte sich Marcel de Groot von Vodafone Deutschland, der die zusätzlichen Frequenzen als Chance sieht, das Handynetz weiter zu stärken.
Für die Deutsche Bahn erklärte Daniela Gerd tom Markotten den erfolgreichen Abschluss der Optimierung, die Kompatibilitätsprobleme zwischen Zug- und Mobilfunk aus dem Weg räumen wird. Ein weiterer positiver Effekt wird für Anwohner entlang der Strecken erwartet, wie Srini Gopalan von der Deutschen Telekom hervorhob—denn die Erneuerung bringt Vorteile für insgesamt 15.200 Streckenkilometer mit sich.
Ein technisches Hindernis bleibt allerdings bestehen: Die Bauweise der Züge, die durch Materialien wie Metall das Eindringen von Mobilfunksignalen erschwert, besser bekannt als Faraday'scher Käfig. Um diesem Problem zu begegnen, werden zukünftige Zugscheiben mit durchlässigerem Glas ausgestattet, um die Empfangsqualität im Zug weiter zu verbessern.

