Auf und Ab bei Bayer: Euphorie nach Glyphosat-Deal ebbt ab
Der Optimismus unter den Bayer-Anlegern hat spürbar nachgelassen, nachdem die Aktienkurse des Chemie- und Pharmakonzerns am Vortag kräftig gestiegen waren. Grund für die vorübergehende Begeisterung war die Ankündigung eines umfassenden Vergleichs in den US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten, woraufhin der Aktienkurs auf fast 50 Euro angestiegen war. Dennoch zeigte sich am Mittwochmorgen ein Rückgang des Aktienkurses auf der Handelsplattform Tradegate um ein Prozent im Vergleich zum vorherigen Xetra-Schlusskurs.
Einige kurzfristig orientierte Investoren könnten sich jetzt dazu entscheiden, Gewinne zu realisieren. Experten weisen jedoch darauf hin, dass der milliardenschwere Vergleich zwar ein wesentlicher Schritt zur Klärung der jahrelangen Streitigkeiten ist, aber noch einige Hindernisse bestehen. So gibt es Bedenken, dass eine zu große Anzahl von Klägern den Vergleich ablehnen könnte, was wiederum den gesamten Deal gefährden könnte.
Besonders bedeutend ist dabei die ausstehende Entscheidung des US Supreme Court. Der oberste Gerichtshof könnte in einem Präzedenzfall über die Überordnung von Bundesrecht gegenüber staatlichen Regelungen zu Warnhinweisen bei Unkrautvernichtern urteilen. Eine solche Entscheidung wäre für Bayer von zentraler Bedeutung, da sie die Grundlage für etwa 80 Prozent der Forderungen gegen das Unternehmen beinhalten würde.

