Audi-Betriebsrat signalisiert Widerstand gegen Sparprogramm
Inmitten der Gerüchte um ein massives Sparprogramm bei Audi zeigt sich der Betriebsrat kampfbereit. Betriebsratschef Jörg Schlagbauer betonte gegenüber dem "Focus", dass es keine Zurückhaltung in den Verhandlungen geben werde und kündigte im Ernstfall selbst Konflikte während der Friedenspflicht an.
Die derzeit diskutierte "Liste des Grauens" umfasst angeblich drastische Maßnahmen, darunter die Streichung von bis zu 9.000 Arbeitsplätzen, die Einsparungen von einer Milliarde Euro gewährleisten sollen. Diese Pläne, über die Ende Februar das "Handelsblatt" berichtet hatte, sind von offizieller Seite bisher weder bestätigt noch dementiert worden.
Vielmehr laufen gegenwärtig intensive Gespräche zwischen dem Vorstand und dem Betriebsrat. Um mögliche Einschnitte zu vermeiden, fordert Schlagbauer von der Unternehmensführung ein klares Bekenntnis für den Standort Ingolstadt. Dabei soll ein neues Verbrennermodell dazu beitragen, die Produktion und Beschäftigung zu sichern.
Ohne eine feste Zusage sieht der Betriebsrat keine Basis für eine neue grundlegende Vereinbarung mit dem Automobilhersteller. Neben dem allgemeinen wirtschaftlichen Druck steht Audi auch durch interne Herausforderungen unter Zugzwang.
Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Modelle haben die Situation verschärft. Das laufende Jahr markierte einen Rückschlag, als die Verkaufszahlen um 12 Prozent auf 1,67 Millionen Fahrzeuge fielen. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Absätze im Elektrosegment, obwohl weltweit ein Boom zu verzeichnen ist.

