Attack on Titan 2 im Test

06. April 2018, 10:30 Uhr · Quelle: next-gamer.de

Vor 2 Jahren hat der Entwickler Omega Force das erste Attack on Titan-Spiel veröffentlicht und eine vielversprechende Grundlage für die Serie geschaffen. Rasante Luftkämpfe gegen riesige Titanen gepaart mit einem innovativen Bewegungsschema, mit dem man problemlos durch die Lüfte fliegen konnte. Attack on Titan 2 basiert auf dieselbe Grundlage mit einigen zusätzlichen Features, um den Kampf noch etwas spannender in Szene zu setzen. Die Story des neuen Ablegers ist jedoch keine direkte Fortsetzung, was diesen etwas langweilig und allzu gut vertraut macht. Kleinere Spielereien und frische Ideen behindern das Tempo zudem zusätzlich und sorgen dafür, dass das rasante Gameplay in den Ruhe- und Planungsphasen zu stark ausgebremst wird.

Im Trailer von AOT2 macht es den Anschein, als ob es dort weitergeht, wo der erste Ableger aufgehörte und hauptsächlich Inhalte der zweiten Staffel geboten werden. In Wahrheit sind jedoch nicht einmal ¼ des Spiels neuer Content, während die restlichen ¾ eine Nacherzählung der Story des ersten Teils ist. Zwar wird die Geschichte aus einem neuen Blickwinkel betrachtet, jedoch sind die Missionen und Boss-Kämpfe sehr vertraut und selbst einige Zwischensequenzen exakt dieselben.

Dabei sind die Missionen immer noch dieselben. Gebiete vor Angriffen der Titanen schützen, bedeutende Personen eskortieren, Kameraden retten oder einfach nur alle Titanen vernichten. Dabei werden die Spielszenen von attraktiven Zwischensequenzen untermauert, welche die zentralen Momente der Serie einfangen. Wer ein Attack on Titan-Neuling ist und den Manga bzw. das Anime lieben gelernt hat und sich einmal das Spiel genauer ansehen möchte, kann sich direkt Attack on Titan 2 kaufen. Der Großteil der Story ist dieselbe wie im ersten Teil, das Game-Design wurde leicht verbessert.

In AOT2 spielen wir einen Charakter, den wir selbst erschaffen können und der sowohl weiblich als auch männlich sein kann. Das Spiel tut quasi so, als wären wir auch im Anime bei allem dabei gewesen. Nur fielen wir nie wirklich auf und zählten nicht zu den Hauptrollen. So können wir uns im Spiel mit allen möglichen Charakteren der Serie anfreunden, wenn wir die offensichtlichen Dialog-Antworten geben, die unser Gegenüber hören möchte. Schaffst du es dein Freundes-Level mit den jeweiligen Charakteren zu erhöhen, bringen sie dir neue Fähigkeiten bei. Dein Charakter selbst und sein Einfluss auf die Geschichte ist uninspiriert und langweilig. Während im ersten Teil online fast alle wie Eren aussahen, wollte man den zweiten Teil individueller Gestalten, weshalb man sich wohl für solch eine Lösung entschieden hat, die nicht unbedingt schlecht ist. Die Nebengeschichten, die man freischaltet, wenn man sich immer mehr mit anderen anfreundet, sind jedoch ebenfalls relativ langweilig und ziemlich oberflächlich. Während so etwas perfekt in Spielen wie Persona funktioniert, wirkt es hier einfach nur aufgesetzt, um das Spiel in die Länge zu ziehen. Trotzdem kann man diesen Dialogen nicht unbedingt aus dem Weg gehen, da die Beziehungen nicht unwichtig sind für die eigene Charakterentwicklung, die wir auf dem Schlachtfeld benötigen.

Zusätzlich zum Story-Modus gibt es noch einen anderen Modus, der tatsächlich „Anderer Modus“ heißt, in dem wir freigeschaltete Charaktere spielen können und Missionen abschließen, die aus dem Kontext der Geschichte entfernt wurden. Abgesehen von der interessanten Wahl des Modus-Titels, hat der zweite Teil der Serie scheinbar am Übersetzungsstudio gespart. Es gibt einige Rechtschreibfehler und etliche Übersetzungs-Fehler (vor allem was die Ansprache betrifft). Hinzu kommen dann noch seltsame Wortwahlen und Bezeichnungen, die ein Gamer oder Übersetzer, der sich mit Games auskennt, wohl niemals verwenden würde. Dies sind zwar Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen kann, jedoch leidet der Spielfluss schon etwas darunter, da ich für meinen Teil immer wieder aus der Geschichte herausgezogen wurde und kurz überlegen musste, wenn mein Charakter angesprochen wurde und gemeint ist, aber der Satzbau klingt als würden wir von einem anderen sprechen.

Was Omega Force dagegen wirklich gut gemacht hat, ist das actionreiche Kampfsystem. Als ich damals erste Prototypen vom Spiel sah, dachte ich zuerst, dass dies sicherlich nur ein schneller Lizenztitel wird, um schnelles Geld zu machen. Das Spiel kam nach dem Prototypen schon ein Jahr später raus und der Trailer wirkte gut, aber nicht gut genug, dass ich erkennen konnte, dass das Spiel letztendlich wirklichen Spaß bringt. Als AOT 2016 released wurde, wurde ich jedoch eines besseren belehrt. Die schnellen, flüssigen Bewegungen gepaart mit den wirklich brachialen Angriffen sind wirklich zufriedenstellend, wenn man solch einen riesigen Titanen dann erst einmal zu Fall gebracht hat. Im Spiel hat man die Möglichkeit sich frei zu bewegen oder, wenn man nah genug ist, sich auf einen einzelnen Titanen fokussieren zu können, um diesen immer in der Kamera zu behalten und Bewegungen anzupassen. Hat man einen Titanen anvisiert, kann man unterschiedliche Bereiche seines Körpers anvisieren. Der Klassiker ist natürlich der Nacken, um das Monster ein für alle Mal vernichten zu können. Es können jedoch auch die Beine fokussiert werden, um den Titanen zu Fall zu bringen oder ihm seine Arme abgeschnitten werden, was es ihm schwieriger macht sich zu wehren. Hat man den Bogen erst einmal raus, um Bewegungen, um den Titanen herum auszuführen, anschließend mit Dreieck die Haken an der gewünschten Körperstelle einzuschlagen, um diesen angreifen zu können. Drückt man dann direkt die X-Taste, wird Gas genutzt um wie eine Schleuder auf den Gegner loszuschießen. Im richtigen Moment noch einmal Dreieck drücken, wenn man sich kurz vor dem Körper befindet und die Klingen prasseln auf der besagten Stelle ein. Anfangs braucht man etwas Übung um alles perfekt ausführen zu können, um maximalen Schaden anzurichten. Was bleibt ist ein extrem befriedigendes Gefühl und die Fähigkeit unaufhaltsam einen nach dem anderen zu erledigen.

Neu im zweiten Teil des Spiels ist der Hinterhalt. Über große Entfernung kann man mit einem Zielfernrohr einen Titanen ins Visier nehmen und eine Taste drücken, wenn man dazu aufgefordert wird. Extrem schnell greift unser Held den Titanen an, den man beim Erreichen mit Dreieck wie immer im richtigen Augenblick ins Fleisch schneiden muss. Dies verbraucht viel Gas und auch die Klinge wird ordentlich abgenutzt, wenn der Angriff fehlschlägt. Der Hinterhalt ist jedoch ein absolutes Risiko- und Belohnungselement. Klappt er, macht man enormen Schaden in kürzester Zeit. Misslingt er, verbraucht man umsonst viele Ressourcen. Braucht man beim Anvisieren zu lang oder zielt direkt von vorn auf einen Titanen, wird dieser wütend, was ihn extrem gefährlich und noch schwerer zu töten macht. Außerdem neu ist ein Defensivmanöver, das beim Angriff eines Titanen im richtigen Moment ausgelöst werden kann. So ist es möglich den Angriff spektakulär auszuweichen und den Titanen anschließend mit sofortiger Tötung den Gar auszumachen.

Ebenfalls neu in Attack on Titan 2 ist der Aufbau von Basen, die überall verteilt auf der Map angegangen werden können. Erreicht man ein Ziel, kann man aus Knopfdruck aus dem Bereich eine Versorgungsbasis machen, die beispielsweise Klingen und Gas auffüllt. Es gibt Basen, die Material abbauen oder automatisch auf umstehende Titanen feuert. Zusätzlich kann man auch Kanonen wie im ersten Teil bauen, die man manuell benutzen kann, um Titanen mit Kanonenkugeln zu befeuern, die ziemlich guten Schaden anrichten. Das Ganze hätte zwar etwas strategischer und ausgeklügelter sein können, jedoch wird das Spiel dadurch um weitere Strategiemöglichkeiten verbessert, die vor allem im späteren Lauf des Story-Modus entscheidend sein können.

Zwar kannst du im Story-Modus selbst keinen der bekannten Gesichter direkt steuern, dafür hast du jedoch die Möglichkeit sie in deine Truppe aufzunehmen und zu rekrutieren. Diese haben unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten. Einige können auf Knopf-Druck Befehle annehmen und anvisierte Körperstellen angreifen. Andere kümmern sich um Heilung oder greifen von selbst an. Zusätzlich haben Spezial-Charaktere noch einzigartige Fähigkeiten. So ist es beispielsweise immer eine Freude mit Levi loszuziehen, der mit seinen unzähligen Klingenangriffen jeden Titanen auf Knopfdruck kurz und klein hackt. Ein anderer schlägt beispielsweise einfach beide Arme ab. Während Befehle normaler Einheiten meist nur maximal 28 Sekunden Cooldown haben, muss man bei den Elite-Einheiten jedoch immer gut 1,5 Minuten warten, bis man sie erneut einsetzen kann.

Attack on Titan 2 hat viele kleinere Verbesserungen erhalten. Dazu gesellt sich ein kompakteres Interface, flüssigere Bewegungen, ein 2-Spieler-Online-Koop sowie ein kompetitiver Online-Modus, bei dem sich 2 Teams dabei messen können wer mehr Titanen in derselben Zeit tötet. Wer das Manga und/oder Anime liebt, bekommt mit Attack on Titan 2 spannende Luftschlachten geboten, eine Aufarbeitung der bekannten Story sowie interessante kooperative und kompetitive Online-Spielmodi. Getrübt wird das Gesamtpaket durch die recycelte Story, den langweiligen Nebenmissionen und den schwachen Dialogen. Hinzu kommt, dass die Grafik immer noch etwas lieb- und leblos erscheint und man ab und an mit Framerate-Einbußen konfrontiert wird.

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Gaming
[next-gamer.de] · 06.04.2018 · 10:30 Uhr
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