Asylanträge in Deutschland: Zahl sinkt drastisch im ersten Halbjahr 2025
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2025 einen bemerkenswerten Rückgang erfahren. Jüngste Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) belegen, dass 61.336 Menschen erstmals einen Antrag auf Schutz in Deutschland stellten. Dies entspricht einem Rückgang von nahezu 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die renommierte "Bild"-Zeitung sowie die Deutsche Presse-Agentur berichteten übereinstimmend über diese Entwicklung. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums wurden im genannten Zeitraum insgesamt 72.818 förmliche Asylanträge registriert, darunter 61.336 Erstanträge und 11.482 Folgeanträge. Dies stellt einen deutlichen Rückgang von 44,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, als noch 132.201 Anträge verzeichnet wurden.
Verschiedene Faktoren dürften zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Dazu gehören unter anderem die schrittweise eingeführten stationären Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen sowie Maßnahmen von Balkan-Staaten zur Eindämmung der irregulären Migration. Darüber hinaus hat auch der Machtwechsel in Syrien, wo Langzeitmachthaber Baschar al-Assad im Dezember gestürzt wurde, zu einer veränderten Lage geführt. Im ersten Halbjahr 2025 entfielen die meisten Erstanträge mit 15.181 auf Afghanistan, gefolgt von 15.127 Anträgen aus Syrien.
Alexander Dobrindt, der seit Mai 2025 Bundesinnenminister ist, sieht seinen Kurs in der Migrationspolitik bestätigt und betont die Erfolge der Migrationswende. Mit der neuen Bundesregierung wurden die Grenzkontrollen verschärft, um Personen ohne die nötigen Papiere die Einreise zu verwehren, selbst diejenigen, die ein Asylbegehren äußerten.
Unterdessen laufen gerichtliche Verfahren bezüglich der Zurückweisung von Asylsuchenden. Drei zusätzlichen Klagen gegen Zurückweisungen wird nachgegangen, wobei das Verwaltungsgericht Berlin bereits in einem Fall die Zurückweisung als rechtswidrig einstufte.
Darüber hinaus plant Polen, ab Montag vorübergehend Kontrollen an der Grenze zu Deutschland einzuführen. Brandenburgs Innenminister René Wilke und die regionalen Industrie- und Handelskammern warnen vor negativen Auswirkungen auf den Verkehr und befürchten erhebliche Staus in der Region.

