Astrazeneca: Wachstum durch Onkologie und strategische Allianzen
Der britisch-schwedische Pharmariese Astrazeneca blickt nach einem dynamischen Jahr optimistisch auf weiteres Wachstum und setzt dabei vor allem auf seine starke Position im Bereich der Krebstherapien. Dieses Segment soll den bevorstehenden Umsatzrückgang, bedingt durch den Patentablauf des erfolgreichen Diabetesmedikaments Farxiga, kompensieren. Analysten zeigten sich erfreut über den positiven Ausblick. An der Börse erreichte die Aktie im frühen Handel einen Rekordstand, bevor sie leicht nachgab. Der Kurs verzeichnete zuletzt einen Anstieg von einem Prozent auf 14.030 britische Pence. In den letzten Jahren hat sich der Aktienkurs im Zuge der positiven Geschäftsentwicklungen des Unternehmens etwa verdoppelt.
Astrazeneca erreichte damit eine Marktkapitalisierung von rund 250 Milliarden Euro und rangiert hinter den Schweizer Unternehmen Roche und Novartis auf Platz drei im Stoxx Europe 600 Healthcare Index. JPMorgan-Analyst Richard Vosser lobte insbesondere den optimistischen Umsatzausblick und erwartet, dass die Erwartungen an Umsatz und bereinigten operativen Gewinn steigen. Die etwas schwächeren Ergebnisse des Schlußquartals werden dadurch in den Hintergrund gedrängt. Laut Mitteilungen von Astrazeneca in Cambridge soll der Umsatz bis 2026 zu konstanten Wechselkursen um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz wachsen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zweistellig zulegen, ähnlich wie im Vorjahr.
Unter der Leitung von Pascal Soriot seit 2012 hat sich Astrazeneca als führender Anbieter von Krebstherapien etabliert. Das Unternehmen steht jedoch vor Herausforderungen durch das Auslaufen des Patents von Farxiga, einem ihrer Top-Produkte im Diabetesbereich. Soriot bestätigte das Ziel, bis Ende des Jahrzehnts 80 Milliarden US-Dollar Umsatz zu erreichen und plant, 2026 Ergebnisse aus bis zu 20 fortgeschrittenen klinischen Studien zu präsentieren. Zukünftig sollen vor allem neue Medikamente gegen Adipositas, Lungenkrebs und COPD auf den Markt gebracht werden. 2025 profitierte das Unternehmen wesentlich von seinem florierenden Onkologiegeschäft und einem Umsatzwachstum um nominal 9 Prozent.
Ein kürzlich abgeschlossenes Geschäft mit dem chinesischen Unternehmen CSPC Pharmaceutical Group über 18,5 Milliarden Dollar soll die Pipeline im Bereich der Gewichtssenker stärken. Diese Vereinbarung sichert Astrazeneca den Zugang zu Technologien für monatliche Dosierungen und stellt eine strategische Ausrichtung in einem wettbewerbsintensiven Marktsegment dar, in dem auch Unternehmen wie Lilly und Novo Nordisk aktiv sind. Ein vielversprechendes Produkt, Elecoglipron, befindet sich bereits in der letzten Phase der klinischen Entwicklung.
Die Vereinbarung mit der US-Regierung zu niedrigeren Medikamentenpreisen, ähnlich wie bei Novo Nordisk, wirkt sich zwar belastend auf die Prognosen für 2026 aus, doch Finanzchefin Aradhana Sarin äußerte Zuversicht, dass der Konzern diese Auswirkungen bewältigen kann. Astrazeneca war eines der ersten Unternehmen, das ein Abkommen mit Ex-Präsident Donald Trump zu Medikamentenpreisen unterzeichnete, das auch Zollbefreiungen vorsieht.

