Asiatische Börsen in der Defensive: Zinssorgen und Inflationsdaten belasten
An den asiatischen Börsen ging es vor dem Wochenende deutlich bergab. Die wichtigste Ursache: schwache Vorgaben aus den USA, wo der Technologie-Sektor nach kurzfristiger Unterstützung durch die Nvidia-Quartalszahlen wieder unter Druck geriet. Besonders betroffen zeigten sich die technikaffinen Handelsplätze in Taiwan und Südkorea.
Nach der Veröffentlichung des Protokolls der letzten Sitzung der US-Notenbank sowie positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA schwanden die Hoffnungen auf eine Senkung des Leitzinses der Fed im Dezember. Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beschrieben die Situation als 'Erleichterungsrally, die verpuffte'. Die Anleger reagierten zunehmend nervös, insbesondere bei zinssensitiven Technologieaktien.
Auch Japan kämpfte mit schlechten Nachrichten: Die Inflationsrate stieg im Oktober leicht an, was auf die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel zurückzuführen war. Diese kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent. Die Marktstrategen der Deutschen Bank merkten an, dass die Preise zwar den Erwartungen entsprochen hätten, dennoch sei dies das höchste Tempo seit Juli. Der Nikkei 225 fiel um 2,4 Prozent und verzeichnete damit wöchentliche Verluste von rund fünf Prozent.
Parallel dazu genehmigte die japanische Regierung unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ein Konjunkturpaket im Wert von 21,3 Billionen Yen (117 Milliarden Euro). Zur Finanzierung soll ein Nachtragshaushalt von 17,7 Billionen Yen aufgestellt werden. Allerdings heizt diese Finanzspritze die Sorgen um die bereits hohe Staatsverschuldung weiter an und spiegelt sich in steigenden Anleiherenditen wider.
In China gerieten die Märkte ebenfalls unter Druck. Der CSI-300-Index sank um 2,44 Prozent, während der Hang Seng Index um 2,21 Prozent fiel. Marktanalyst Stephen Innes von SPI Asset Management deutete an, dass ein neuerliches Maßnahmenpaket zur Stützung des Immobilienmarkts in Arbeit sei, was jedoch die anhaltend schwierige Situation im Land unterstreicht. Die Unsicherheit dämpft zudem das Verbrauchervertrauen.
Auch Australien blieb von der Abwärtsbewegung nicht verschont, der Leitindex S&P/ASX 200 verlor 1,59 Prozent.

