Arte erweitert Mediathek: EU-Geld für mehrsprachiges Angebot
Der deutsch-französische Fernsehsender Arte plant die Ausweitung seines Mediathek-Angebots in Europa und greift dabei auf Fördermittel der Europäischen Union zurück. Heike Hempel, Vizepräsidentin des Vorstands von Arte, erklärte, dass es zur Ansprache aller Europäer eines größeren Volumens an Programmen in den jeweiligen Sprachen bedürfe. Bereits heute bietet Arte Inhalte in Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Polnisch und Italienisch an und erzielt rund ein Fünftel seiner Videoabrufe aus anderen Ländern.
Hempel betonte, dass der Ausbau der Mediathek nicht nur Übersetzung und Untertitelung der Inhalte umfasse, sondern auch die Lokalisierung und Anpassung des Programmkatalogs an die Zielländer. Künftig soll stärker mit lokalen Autorenteams zusammengearbeitet werden. Zudem soll die Anzahl der europäischen Koproduktionen erhöht werden.
Seit 2015 erhält Arte europäische Fördermittel, die jedoch ausschließlich zur Anpassung und Distribution bestehender Inhalte verwendet werden. Weitere Mittel könnten den mehrsprachigen Programmkatalog ausbauen und ein Konzept umsetzen, das alle Europäerinnen und Europäer Arte erleben lässt.
Unterstützung für die Pläne kommt auch aus höchsten Kreisen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Medienstaatsministerin Claudia Roth haben ihr Wohlwollen ausgedrückt. Auch die Rundfunkkommission der Bundesländer hat im Mai einen positiven Beschluss zu den Plänen gefasst, jedoch betont, dass dafür EU-Gelder notwendig seien.
Die komplette Finanzierung von Arte durch die EU schließt Hempel aus. Arte bleibe ein deutsch-französisches Kooperationsprojekt, die EU-Mittel seien als zusätzliche Unterstützung zu verstehen. Ein Wettbewerb mit den Plattformansätzen von ARD und ZDF, die unlängst die Vereinheitlichung ihrer Mediathek-Technologien angekündigt hatten, bestehe laut Hempel nicht. Vielmehr ergänzen sich die Ansätze komplementär. (eulerpool-AFX)

