ARC Raiders greift hart durch: Zehntausende Cheater gebannt – und das Spiel ist größer denn je
ARC Raiders ist eines der erfolgreichsten Multiplayer-Spiele der letzten Jahre und genau dieser Erfolg brachte ein Problem mit sich, das viele Online-Games früher oder später trifft: Cheater. Doch während andere Studios oft zögerlich reagieren, hat Embark Studios offenbar früh die Reißleine gezogen. Laut CEO Patrick Söderlund wurden inzwischen „zehntausende“ Spielerinnen und Spieler gebannt, die sich unfaire Vorteile verschafft haben.
Die Aussage fiel in einem Interview mit IGN und sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit in der Community. Denn sie zeigt: ARC Raiders will nicht nur wachsen, sondern seine Spielbarkeit aktiv verteidigen. Vor rund einem Monat kochte die Stimmung spürbar hoch. Immer mehr Clips machten die Runde, in denen offensichtliche Cheater das Spiel dominierten. Content Creator zogen bereits Vergleiche zu Call of Duty. Kein gutes Zeichen für ein junges Live-Spiel, das auf Fairness und Spannung angewiesen ist.
Embark reagierte öffentlich. Community-Admin Ossen erklärte damals, man nehme das Thema „sehr ernst“ und arbeite sowohl an Anti-Cheat-Updates als auch an Client-seitigen Fixes. Was damals noch nach Schadensbegrenzung klang, entpuppt sich rückblickend als der Startschuss für eine massive Aufräumaktion.
„Wir waren ziemlich aggressiv“, so der Embark-Chef in Bezug auf Cheater in ARC Raiders
Embark-Chef Söderlund spricht offen darüber, wie entschlossen das Studio vorgegangen ist. ARC Raiders sei zu Beginn vergleichsweise sauber gewesen, doch mit wachsendem Erfolg steige zwangsläufig auch das Interesse von Cheatern.
„Wir waren ziemlich aggressiv“, so Söderlund. Besonders interessant ist sein Einblick in die Folgen dieser Bannwellen: Offenbar melden sich regelmäßig Spieler direkt beim Studio oder sogar beim CEO persönlich, mit der klassischen Aussage, sie hätten „nichts getan“. Für Söderlund ist genau das ein Indikator dafür, wie viele Accounts tatsächlich gesperrt wurden. Seine Schätzung: Zehntausende Banns und zwar real, nicht symbolisch.
Bemerkenswert ist auch der Ton, den Söderlund anschlägt. Trotz der harten Linie räumt er ein, dass Fehlbanns möglich sind. Embark wolle solche Fälle prüfen und korrigieren. Gleichzeitig macht er aber klar: Wer manipuliert, fliegt. Diese Balance ist entscheidend. Zu lasche Systeme verlieren ehrliche Spieler, zu harte treffen die falschen. Embark scheint sich bewusst zu sein, dass Vertrauen hier genauso wichtig ist wie Technik.

ARC Raiders erreicht aktuell u.a. auf Steam täglich bis zu 323.000 Spielerinnen und Spieler. – Bild: Embark Studios
Cheating bleibt ein Wettrüsten
Der Fall ARC Raiders zeigt ein größeres Problem der Branche. Cheating ist längst kein Randthema mehr. Anti-Cheat ist heute ein permanentes Wettrüsten für die Entwickler. Dass Embark hier früh investiert, dürfte langfristig entscheidend sein.
Doch ARC Raiders ist nicht nur wegen der Cheater-Thematik relevant. Das Spiel gehört zu den größten Erfolgen des Jahres 2025. Millionenfach verkauft und dauerhaft in den Steam-Charts in den Top 5 (meistens sogar Top 3) zu finden. Söderlund bestätigt selbstbewusst, dass der Titel hochprofitabel ist. Besonders in einer Zeit, in der die Branche von Entlassungen geprägt ist, habe ARC Raiders dem Studio Stabilität und Planungssicherheit verschafft.
„Wir können lange von diesem Erfolg leben“, sagt der CEO. Ein Satz, der in der aktuellen Games-Industrie fast schon selten geworden ist.
ARC Raiders ein Erfolg, heißt mehr Spiele von Embark Studios
Diese Sicherheit hat konkrete Folgen. Embark stellt weiter ein, will ARC Raiders ausbauen, ebenso The Finals, und arbeitet laut Söderlund bereits an zwei neuen, noch unangekündigten Projekten. Das ist ein klares Signal: ARC Raiders ist kein One-Hit-Wonder, sondern das Fundament für die Zukunft des Studios.
Embark Studios zeigt, wie moderner Live-Service auch funktionieren kann: schnelles Reagieren auf Community-Probleme, transparente Kommunikation, harte Maßnahmen gegen Cheater und gleichzeitig wirtschaftlicher Erfolg. Dass der Entwickler zehntausende Cheater bannt und trotzdem wächst, ist kein Widerspruch. Es ist wahrscheinlich genau der Grund dafür. Und wenn der Community etwas gefällt, dann wird es auch zeitnah wiederholt.


