Apple zögert mit Vision-Pro-Inhalten – und riskiert die Zukunft des Headsets
Apple hat seit dem Marktstart des Vision Pro vor anderthalb Jahren Schätzungen zufolge weniger als eine Million Geräte in den USA verkauft. Mit einem Preis von 3.499 Dollar und einem nur spärlich gefüllten Content-Angebot bleibt das Mixed-Reality-Headset ein Nischenprodukt. Besonders die Verzögerung bei der Bereitstellung von immersiven Videos schwächt das Alleinstellungsmerkmal der Hardware. Bislang hat Apple lediglich 27 Inhalte in diesem Format veröffentlicht, darunter Konzerte von Metallica und Bono sowie ein Highlight-Reel des NBA-All-Star-Spiels von 2024 – während die Ausgabe von 2025 unberücksichtigt blieb.
Das Dilemma ist offensichtlich: Immersive Videos sind der stärkste Kaufanreiz, doch Apple hält Produktionen bewusst zurück. Hintergrund sind hohe Produktionskosten und die Sorge, die Mediathek zu schnell zu leeren. Branchenkenner sprechen von einem „Standstill“, bei dem die niedrigen Verkaufszahlen zusätzliche Investitionen hemmen – während genau diese Inhalte eigentlich nötig wären, um Nachfrage zu erzeugen.
Auch technisch ist das Gerät ins Hintertreffen geraten. Das aktuelle M2-Chipdesign gilt als veraltet, ein Nachfolger soll noch dieses Jahr kommen. Ein wirklich günstigeres und leichteres Modell ist jedoch erst für 2027 vorgesehen. Bis dahin droht die Kategorie, angesichts rasanter Innovationszyklen im Tech-Sektor, an Relevanz zu verlieren.
Parallel arbeitet Apple an einer umfassenden Roadmap für Künstliche Intelligenz und Smart-Home-Produkte. Dazu gehören neue Versionen von Siri, ein Smart-Home-Ökosystem mit dem Betriebssystem „Charismatic“ sowie ein Tischroboter, der ab 2027 als digitaler Begleiter dienen soll. Doch auch diese Initiativen hängen entscheidend davon ab, ob Apple seine Softwarekompetenz im Bereich AI stärken kann.
Während Apple zögert, drückt Meta aufs Tempo. Der Konzern wird seine ersten Display-Brillen, intern „Hypernova“ genannt, für rund 800 Dollar anbieten – deutlich günstiger als ursprünglich geplant. Mit diesem Preis unterläuft Meta nicht nur die Erwartung von Analysten, sondern positioniert sich aggressiv gegenüber Apple im Wettbewerb um die nächste Generation tragbarer Displays.
Einen kleinen Etappenerfolg verbucht Apple immerhin bei der Apple Watch: Die Blut-Sauerstoff-Messung kehrt in die USA zurück. Aufgrund eines Patentstreits mit Masimo war die Funktion 2024 entfernt worden. Nun werden die Werte zwar nicht mehr direkt auf der Uhr angezeigt, können aber wieder über das iPhone ausgewertet werden – pünktlich zum Launch der neuen Modelle im kommenden Monat.

