Apothekenzahl in Deutschland erreicht historischen Tiefstand
Die Situation der Apothekenlandschaft in Deutschland hat sich weiter zugespitzt: Ende 2025 wurden bundesweit 16.601 Apotheken gezählt – ein Rückgang um 440 Standorte im Vergleich zum Vorjahr, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mitteilte. Dieser Wert markiert den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten; zuletzt gab es 1977 ähnlich wenige Apotheken. Schon seit 2013 hat jede fünfte Apotheke ihre Türen schließen müssen, was für viele Bürger längere Wege bedeutet, um ihre Medikamente zu erhalten.
ABDA-Präsident Thomas Preis äußerte sich besorgt über die Entwicklung und kritisierte die ausbleibende Anpassung der Vergütungssysteme. Die Festlegung eines festen Packungshonorars vor 22 Jahren brachte nur eine einmalige Anpassung und seither, entgegen der steigenden Apothekerkosten von 65 Prozent seit 2013, keine nennenswerte Erhöhung. Im vergangenen Jahr standen 502 Apothekenschließungen lediglich 62 Neueröffnungen gegenüber. Trotz eines leichten Rückgangs der Schließungen in 2025, bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken angespannt.
Preiserhöhungen wurden im Koalitionsvertrag von Union und SPD zwar vereinbart, von der aktuellen Regierung jedoch bisher nicht umgesetzt. Der Rückgang der Apothekenanzahl wird durch den Druck steigender Kosten und der Problematik der Nachfolge bei Renteneintritt verschärft. Parallel dazu zieht es immer mehr Fachpersonal wegen besserer Verdienstchancen in die Industrie oder in die Krankenhausapotheken. Online-Versandapotheken wie DocMorris und Shop Apotheke hingegen sehen die Lage weniger dramatisch. Der europäische Verband der Online-Apotheken EAEP betont, dass die Schließungswelle vor allem Regionen betrifft, die bereits eine hohe Apothekendichte aufweisen.

