Analysten sehen Parallelen zu 2020 im Krypto-Abverkauf von 19 Mrd.$

Der Kryptosektor erlebte am vergangenen Wochenende seine bisher schlimmste Liquidation an einem einzigen Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump die Einführung eines 100%-Zolls auf chinesische Technologieexporte ankündigte. Dies führte zu einem Schock auf den digitalen Assetmärkten, bei dem über 19 Milliarden $ an gehebelten Positionen ausgelöscht wurden und die Preise auf kritische Niveaus fielen.
Diese plötzliche Abwärtsbewegung verleitet Analysten nun dazu, Vergleiche mit dem berüchtigten Krypto-Crash vom März 2020 anzustellen, und es stellt sich die Frage: Ist dieser Rückgang der Beginn eines größeren Crashs oder ein Reset vor einem erneuten Anstieg?
Ein Psychologisches Echo über Zyklen hinweg
Die Gründe für die beiden Crashs sind unterschiedlich: die globale Pandemie 2020 und die 2025er Zollankündigungen. Doch die emotionale Reaktion scheint dieselbe zu sein. Investor Ted Pillows gehörte zu denen, die den Schock am Freitag mit dem Ereignis von 2020 verglichen, indem sie BTC-Charts überlagerten, um die beiden Kursstürze zu vergleichen, und argumentierten, dass solche scharfen Umkehrungen auf Zyklustiefs und nicht auf -hochs hindeuteten.
Ähnlich schrieb Marktkommentator Simon Dedic am 12. Oktober über die Parallele: “Every cycle has that one moment where fear hits harder than logic.” Er fuhr fort, dass, während die jüngsten Kursbewegungen der Panik von 2020 ähnelten, dies nur in Bezug auf die Marktpsychologie und nicht die Fundamentaldaten galt.
Bei diesem früheren Ereignis verloren Vermögenswerte wie Ethereum (ETH) fast 70% ihres Wertes innerhalb weniger Tage, was einer paradoxen historischen Expansion den Weg ebnete. Laut Dedic, von diesen Tiefs aus, “$ETH did a 50x from the bottom, while major alts like $BNB and $ADA delivered well over 100x returns.” Seine Analyse legt nahe, dass, wenn dies ein ähnliches kapitulatives Tief für Altcoins ist, die nächsten 12 bis 18 Monate lebensverändernde Gewinne für diejenigen bringen könnten, die Überzeugung bewahren.
Allerdings ist der Hintergrund völlig anders. Der Crash 2020 führte zu einer beispiellosen globalen geldpolitischen Anreizung und Nullzinsen, die wie Raketenantrieb für spekulative Vermögenswerte wirkten. In der aktuellen Umgebung sind die Inflationsraten immer noch hoch, und die Zentralbanken setzen restriktive Maßnahmen um, was es schwierig machen könnte, eine Wiederholung dieses von Liquidität getriebenen Booms zu erleben.
Das Kursverhalten von Bitcoin selbst erzählt auch eine andere Geschichte. Wie der anonyme Analyst CryptoAmsterdam in einem kürzlichen Social-Media-Thread feststellte, ist Bitcoin jetzt viel weiter im Marktzyklus als Anfang 2020. Damals versuchte die Haupt-Kryptowährung, früh in ihrem Zyklus zu einem entscheidenden Tief zurückzukehren. Jetzt befindet sie sich in einem späteren Stadium und hat bereits neue Allzeithochs erreicht. Auch wenn es stark fiel, änderte es nicht die Gesamtstruktur des Marktes.
Altcoins: Die Feuerprobe der Gelegenheit
Die überzeugendsten Vergleiche liegen nicht bei Bitcoin, sondern beim Altcoin-Markt. Laut derselben Analyse von CryptoAmsterdam zeigen mehrere Altcoin-Charts Muster, die an Bitcoins Position kurz vor seiner Post-COVID-Rallye erinnern.
Viele schließen eine “range low reclaim” ab, gefolgt von einem “violent shake out dump”, was wie eine letzte Bärenfalle vor einer potenziellen Aufwärtsbewegung aussieht. Der Marktbeobachter betonte, dass es sich um eine makroökonomische Beobachtung zur Stimmungsmache handelt, die kein direkter Kaufsignal ist, und riet Händlern, “auf eine Struktur zu warten, mit der man arbeiten kann — ein Setup mit einem Trigger und einer Ungültigkeitserklärung.”
Diese technische Perspektive wird auch durch sich ändernde Marktdynamiken gestärkt. Schlüsselindikatoren wie die Bitcoin-Dominanz zeigen frühe Anzeichen für eine Schwächung, während das Ethereum/Bitcoin-Paar ein kritisches Makroniveau zurückerobert hat. Dies signalisiert oft, dass Kapital beginnt, sich vom größten Krypto weg zu höheren Risikoanlagen zu rotieren, was Beobachter als Vorläufer für eine Altseason ansehen.
Für Investoren wird die zentrale Frage eine des Vertrauens in die zugrunde liegende Technologie. Wie Dedic es formulierte, muss man sich entscheiden, ob man glaubt, dass starke Altcoins tot sind oder ob man diesen Raum als Fundament für “the next generation of billion-dollar companies” betrachtet.

