Amazons milliardenschwerer Vergleich mit der US-Handelsaufsicht beendet Rechtsstreit um Prime-Abonnements
Amazon hat sich bereit erklärt, 2,5 Milliarden Dollar zu zahlen, um Vorwürfe der Federal Trade Commission (FTC) beizulegen. Die Behörde hatte dem Online-Riesen vorgeworfen, rund 40 Millionen Kunden dazu veranlasst zu haben, ein Prime-Abonnement abzuschließen und den Kündigungsprozess absichtlich erschwert zu haben. Einen Tag vor Beginn der Verhandlung bekräftigte Amazon, dass weder das Unternehmen noch seine Führungskräfte fehlerhaft gehandelt hätten und zeigte sich zuversichtlich, dass die Fakten die Integrität der Verantwortlichen belegen würden.
Die Einigung sieht vor, dass Amazon eine Zivilstrafe von einer Milliarde Dollar zahlt und 1,5 Milliarden Dollar als Rückerstattungen an Verbraucher leistet, womit die FTC die zweithöchste Rückerstattungssumme ihrer Geschichte erwirkt hat. In einer Stellungnahme erklärte Amazon, dass es stets rechtskonform gehandelt habe und der Vergleich dem Unternehmen ermögliche, sich auf Innovationen für seine Kunden zu konzentrieren.
Die FTC wiederum feierte die Einigung als 'monumentalen Sieg' für Verbraucher, die von undurchsichtigen Abonnements frustriert sind, die schwer zu kündigen sind. Die ursprüngliche Klage der FTC bezog sich auf Amazons komplexen Kündigungsprozess, der Kunden mit diversen Hürden konfrontierte, um die Abmeldung von Prime zu erschweren.
Kunden wurden bei der Kündigung innerhalb eines vierseitigen, sechs-Klick-Prozesses mit bis zu 15 Optionen konfrontiert, welcher durch Warnungen vor entgangenen Angeboten ergänzt wurde. Seit der Auseinandersetzung mit der FTC hat Amazon seine Kündigungspolitik geändert und bietet nun eine klar strukturierte Seite für Abonnement-Angelegenheiten an.
Zukünftig muss Amazon einen deutlichen Ablehnungsbutton für Prime bereitstellen und zusätzliche Testerstellungen durch unabhängige Dritte akquirieren. Zwar nennt Amazon üblicherweise keine konkreten Prime-Abonnentenzahlen, Schätzungen zufolge sind es jedoch über 200 Millionen.
Prime-Kunden sind traditionell kaufkräftiger als Nicht-Abonnenten. Diese Einigung betrifft ein separates Verfahren der FTC gegen Amazon im Bereich des Kartellrechts, welches von mehreren Generalstaatsanwälten unterstützt wird. Dieser Prozess wird voraussichtlich 2027 verhandelt.

