Airbus mit vorsichtigem Optimismus, MTU vor unsicherer Zukunft
Der Flugzeughersteller Airbus kann laut Analyst Christophe Menard von der Deutschen Bank vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Die Verbesserung der Lieferkettenprobleme deute darauf hin, dass sich die Auslieferungen langsam stabilisieren. Obwohl es für eine Entwarnung zu früh sei, sei das Ziel von 720 Jets im Jahr 2021 erreichbar. Im Dezember sollen noch 97 Maschinen ausgeliefert werden, was trotz der schwierigen Bedingungen im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung darstelle.
Für das kommende Jahr prognostiziert Menard die Auslieferung von 817 Jets. Obwohl diese Zahl noch unsicher erscheine, gebe es mittlerweile langfristige Sicherheit bei Airbus. Aus diesem Grund stufte der Analyst das Unternehmen von "Hold" auf "Buy" hoch und erhöhte das Kursziel von 130 auf 152 Euro. Die Aktie von Airbus sei verhältnismäßig erschwinglich und gehöre zu den stärksten Werten im Dax.
Allerdings gebe es auch Schattenseiten bei Airbus. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte habe enttäuscht und profitiere bisher nicht von den global steigenden Rüstungsausgaben. Dennoch könne die schlechte Performance der Sparte durch das zivile Luftfahrtgeschäft ausgeglichen werden, sodass die Prognose des gesamten Konzerns nicht beeinträchtigt sei.
Bei MTU, dem Triebwerksbauer, sehe die Zukunft jedoch unsicher aus. Die aufwendigen Inspektionen der Getriebefan-Triebwerke des US-Partners Pratt & Whitney würden MTU noch lange beschäftigen und das Potenzial der Aktien begrenzen. Aus diesem Grund senkte Menard die Einstufung von "Buy" auf "Hold" und das Kursziel leicht von 203 auf 199 Euro. Zuletzt fielen die Aktien auf rund 187 Euro.
Im dritten Quartal habe MTU bereits rund eine Milliarde Euro für die Probleme zurückstellen müssen. Eine Reduzierung dieser Summe könne den Aktienkurs positiv beeinflussen, jedoch sei unklar, ob dies erreicht werden könne. MTU verhandle derzeit mit Pratt & Whitney über eine finanzielle Kompensation. Die hohe Anzahl an Wartungen stelle auch die Belegschaft von MTU vor Herausforderungen.
Laut Menard seien keine positiven Überraschungen bei den Prognosen für 2024 und 2025 zu erwarten. Besonders der freie Barmittelzufluss wirke sich negativ auf die Bewertung von MTU aus. Obwohl der Cashflow im laufenden Jahr noch nicht von der Triebwerksproblematik betroffen gewesen sei, werde sich dies im kommenden Jahr schlagartig ändern.
Die Aktie von Airbus wird weiterhin zum Kauf empfohlen, während MTU als haltenswert eingestuft wird. (eulerpool-AFX)

