Airbus in Turbulenzen: Softwareprobleme und Qualitätsmängel sorgen für Kurssturz
Eine unerwartete Kette von Herausforderungen setzt den Flugzeughersteller Airbus unter Druck: Softwareprobleme und Qualitätsmängel bei Rumpfteilen der Modellfamilie A320 beeinträchtigen den Flugbetrieb und treffen das Unternehmen auch an der Börse. Am vergangenen Wochenende war es notwendig, die Bordcomputer von etwa 6.000 Maschinen auf eine ältere Softwareversion zurückzuführen. Die Software-Schwierigkeiten betrafen dabei mehr als die Hälfte der weltweit in Betrieb befindlichen A320-Flotte. Zu allem Überfluss wurde jetzt bekannt, dass Airbus auch an den Rumpfteilen neuer Jets nacharbeiten muss, insbesondere bei den A320neo-Modellen.
Die Nachricht von den Mängeln ließ die Airbus-Aktie kräftig schwanken. Nach der Bekanntmachung der Qualitätsprobleme sackte der Kurs zwischenzeitlich um fast elf Prozent ab. Trotz Beruhigung durch eine Airbus-Erklärung, dass die Probleme behoben seien, schloss das Papier mit einem Minus von knapp sechs Prozent zum Tagesschluss. Betroffen sind Rumpfteile aus Metall der A320-Modellreihe, doch Airbus konnte den Fehler eingrenzen und versichert, dass alle neuen Teile wieder den Qualitätsanforderungen entsprechen. Insgesamt müssen 628 Flugzeuge überprüft werden, von denen sich 168 bereits im Einsatz befinden. 460 Maschinen sind noch im Fertigungsprozess und noch nicht ausgeliefert.
Unterdessen schlugen die Software-Probleme bei den Airlines relativ geringe Wellen, als viele Betreiber die Umstellung bereits ab Freitagabend durchführten. Dennoch berichteten Air France und ANA über Flugausfälle, während in den USA das erhöhte Reiseaufkommen während Thanksgiving beeinträchtigt wurde.
Guillaume Faury, Vorstandschef von Airbus, äußerte in sozialen Medien sein Bedauern über die Unannehmlichkeiten, während die Teams des Unternehmens unermüdlich daran arbeiteten, die Flugzeuge wieder in die Luft zu bringen. Bei wenigen Maschinen sind noch komplexere Arbeiten nötig, weil deren Rechner mit der älteren Softwareversion nicht kompatibel sind.
Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte die Notwendigkeit zum Software-Downgrade aufgrund eines Vorfalls mit einem Jetblue-Flug in Florida erkannt, der zur Notlandung führte. Interessanterweise wird eine von der Sonne ausgelöste Strahlung als Ursache für die Software-Fehlfunktion spekuliert.

