Investmentweek

Airbus-CEO schlägt Alarm: Handelskrieg fordert hohen Tribut

26. Januar 2026, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Airbus-CEO schlägt Alarm: Handelskrieg fordert hohen Tribut
Foto: InvestmentWeek
Exklusiv: Airbus kämpft mit Folgen des US-Protektionismus. CEO Faury schwört Mitarbeiter auf harte Zeiten und den A320-Nachfolger ein.
Interne Warnung vor geopolitischen Risiken: Guillaume Faury schwört die Belegschaft auf eine Ära der Unsicherheit ein und fixiert den A320-Nachfolger.

Der Beginn des Jahres 2026 markiert für den europäischen Flugzeugbauer Airbus eine Zäsur. In einem internen Memo, das Reuters vorliegt, warnt CEO Guillaume Faury die Belegschaft mit ungewöhnlicher Schärfe vor den Folgen der aktuellen geopolitischen Lage. Die Botschaft ist eindeutig: Der Konzern muss sich auf ein volatiles Umfeld einstellen.

Faury spricht von „signifikanten logistischen und finanziellen Schäden“, die bereits eingetreten seien. Auslöser hierfür sind primär die eskalierenden Handelsspannungen zwischen den USA und China sowie der zunehmende US-Protektionismus. Diese Faktoren wirken sich direkt auf die komplexe globale Lieferkette des Konzerns aus.

Der Airbus-Chef fordert in dem Schreiben „Solidarität und Eigenständigkeit“. Die industrielle Landschaft sei von Schwierigkeiten durchzogen, die durch die Konfrontation der Weltmächte noch verschärft würden. Eine offizielle Stellungnahme zu der internen Kommunikation lehnte Airbus ab.

US-Sanktionen und chinesische Exportstopps zerrütten die globalen Lieferketten

Die konkreten Ursachen für die logistischen Verwerfungen liegen im politischen Schlagabtausch des Vorjahres. US-Präsident Donald Trump hatte im April 2025 umfassende Zölle angekündigt, woraufhin Peking den Export seltener Erden beschränkte. Diese Rohstoffe sind für die High-Tech-Fertigung in der Luftfahrt essenziell.

Erschwerend kam hinzu, dass Washington temporär den Export von Triebwerken und Schlüsselkomponenten nach China einfror. Dies traf nicht nur das chinesische C919-Programm, sondern auch die Airbus-Endmontagelinien in der Volksrepublik, die auf US-Teile angewiesen sind.

Obwohl die Luftfahrtindustrie mittlerweile eine teilweise Aussetzung der US-Zölle erwirken konnte, bleiben die „Kollateralschäden“, wie Faury sie nennt, spürbar. Die Unsicherheit über den künftigen Kurs der NATO und Differenzen bezüglich Grönland belasten das transatlantische Verhältnis zusätzlich.

Trotz makroökonomischer Hürden stabilisiert sich die Verteidigungssparte spürbar

Ungeachtet der geopolitischen Turbulenzen attestiert Faury dem Konzern für das Jahr 2025 insgesamt „gute Ergebnisse“. Die genauen Zahlen werden erst am 19. Februar veröffentlicht, doch der CEO hebt bereits jetzt die positive Entwicklung in den Krisensparten hervor.

Besonders Airbus Defence and Space steht nach einer tiefgreifenden Restrukturierung wieder auf einem solideren Fundament. Diese Sparte hatte in der Vergangenheit oft die Konzernbilanz belastet, scheint nun aber die Kurve bekommen zu haben.

Auch Airbus Helicopters wird für seine „bemerkenswert konstante Leistungsstärke“ gelobt. Im kommerziellen Flugzeugbau verweist Faury auf Fortschritte bei den Kostensenkungsplänen, die essenziell sind, um die Margenziele trotz externer Schocks zu halten.

„Der Beginn des Jahres 2026 ist geprägt von einer beispiellosen Anzahl an Krisen und beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen“, schreibt Faury.

Triebwerksprobleme und Qualitätsmängel erzwingen eine höhere operative Disziplin

Operativ bleibt die Lage jedoch angespannt. Faury bezeichnet es als „imperativ“, aus dem großen Rückruf im November zu lernen, der durch ein Software-Upgrade notwendig wurde. Kurz darauf musste Airbus Lieferziele wegen fehlerhafter Rumpf-Paneele korrigieren.

Ein anhaltendes Nadelöhr bleiben die Triebwerke. Die Lieferketten haben sich seit der COVID-Krise zwar erholt, doch Störungen persistieren. Faury nennt explizit Schwierigkeiten mit Pratt & Whitney sowie CFM als Hauptquellen der Verzögerungen.

Der kürzlich pensionierte Chef der Zivilsparte, Christian Scherer, hatte bereits bestätigt, dass Triebwerke für die A320-Familie weiterhin verspätet eintreffen. Dies zwingt Airbus zu einer rigoroseren Steuerung der Systeme und Produkte, um die finanziellen Ziele nicht zu gefährden.

Die Profitabilität der späten Zwanzigerjahre finanziert den kommenden A320-Nachfolger

Der strategische Blick des CEO richtet sich bereits auf das nächste Jahrzehnt. Faury macht deutlich, dass die Jahre bis 2030 dazu dienen müssen, eine finanzielle „Kriegskasse“ aufzubauen. Das Ziel ist profitables Wachstum in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre.

Diese Mittel sind notwendig für den nächsten großen Entwicklungszyklus: den Nachfolger der A320-Familie. Dieser soll in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre in Dienst gestellt werden und wird gigantische Investitionen verschlingen.

Um in diesem entscheidenden Zeitraum in „olympischer Form“ zu sein, wie Faury es formuliert, ist die Exekution der aktuellen Strategie alternativlos. Airbus bereitet sich damit auf den nächsten großen Technologie-Wettlauf mit dem Konkurrenten Boeing vor.

Finanzen / Unternehmen / Handelskonflikte / Lieferketten / Luftfahrtindustrie / Geopolitik
[InvestmentWeek] · 26.01.2026 · 16:00 Uhr
[0 Kommentare]
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Cardano, dessen Entwicklung vor über einem Jahrzehnt begann, erlebte seinen tatsächlichen Start erst einige Jahre später. Ein entscheidender Meilenstein war die Einführung von Smart Contracts im Jahr 2021 nach dem viel diskutierten Alonzo-Upgrade. Der native Token ADA hat viele Anhänger unter Krypto-Investoren, jedoch gibt es auch zahlreiche Kritiker. […] (00)
vor 1 Stunde
Pakistans Armeechef zu Gesprächen in Teheran
Washington/Teheran (dpa) - Nach wochenlangem Stillstand kommt Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs. Die USA, der Iran und Vermittler Pakistan sprachen von Fortschritten bei den diplomatischen Bemühungen. «Es wurden einige Fortschritte gemacht», sagte US-Außenminister Marco Rubio am Rande seines Indien-Besuchs. Der […] (02)
vor 25 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 9 Stunden
2CV-Comeback: Legendäre Ente kehrt als Stromer für unter 15.000 Euro zurück
Sie soll, wie früher, ein echtes »Volksauto sein, »gemacht für den Alltag« – und nun die Elektromobilität demokratisieren: Citroën-Chef Xavier Chardo hegt mit dem Comeback der Ente große Pläne. Der legendäre, kurvige Kleinwagen habe, so Chardo, 1948 »Millionen Menschen die Freiheit der Mobilität geschenkt«. Zeit also, den Gedanken auf moderne Art neu zu […] (01)
vor 4 Stunden
Sony verschweigt die ganze Wahrheit: PS Plus wird plötzlich auf allen Tarifen teurer
Erst hieß es, nur Essential-Neukunden zahlen mehr. Jetzt ist klar: Sony hat bei der Ankündigung der PlayStation Plus Preiserhöhung geschickt getrickst. Denn auch die Luxus-Tarife Extra und Premium werden kräftig angehoben – allerdings nur bei kürzeren Laufzeiten. Ein cleverer Schachzug, der vor allem eines verrät: wohin die Reise mit der PS6 gehen […] (00)
vor 4 Stunden
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 8 Stunden
FC Barcelona - Olympique Lyon
Oslo (dpa) - Die Fußballerinnen des FC Barcelona haben im Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon triumphiert. Das Starensemble setzte sich in einem hochklassigen und abwechslungsreichen Spiel in Oslo mit 4: 0 (0: 0) durch gegen die Französinnen, bei denen die deutsche Nationalspielerin Jule Brand auflief.  Für jeweils zwei Tore sorgten die Ex- […] (01)
vor 11 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 12 Stunden
 
cryptocurrency, blockchain, bitcoin, money, finance, digital currency, wealth, crypto, exchange, technology
Ein aktueller Bericht hebt drei wesentliche Gründe hervor, warum Solana (SOL) im […] (00)
bitcoin, table, courses, finance, virtual, crypto, currency, money, coin, computer
Nach einem starken Rückgang Anfang Februar erlebte der Bitcoin-Kurs in den folgenden […] (00)
Stagnation der Insolvenzanmeldungen Die aktuellen Zahlen des Statistischen […] (00)
Schärengarten Schweden
Halle/Stockholm (dpa) - Sie ist rund 180 Meter lang, etwas mehr als 50 Meter breit, […] (02)
iPhone-Lieferungen in Lateinamerika steigen im ersten Quartal um 31 Prozent
Die iPhone-Lieferungen sind im ersten Quartal 2026 in Lateinamerika im Vergleich zum […] (00)
Rumer Willis
(BANG) - Rumer Willis ist überzeugt davon, dass sie dank ihrer "spirituellen Arbeit" […] (00)
Mitch Kniat
Bielefeld (dpa) - Trainer Mitch Kniat verlässt Arminia Bielefeld. Der ostwestfälische […] (01)
Dotemu erweitert sein Action‑Portfolio – Warhammer Age of Sigmar: Deathmaster angekündigt
Vernichtet eure Feinde auf einer epischen Reise, um euch in die Reihen der […] (00)
 
 
Suchbegriff