Ärztestreik an deutschen Unikliniken sorgt für Einschränkungen
An den 23 Unikliniken in Deutschland ist in Folge eines Warnstreiks mit Einschränkungen zu rechnen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund kündigte eine zentrale Kundgebung in Hannover an, bei der mehrere Tausend Mediziner erwartet werden. Die Versorgung der Patienten sei trotz des Streiks gesichert, versicherte eine Sprecherin des Marburger Bundes Niedersachsen. Die Klinikleitungen seien dazu verpflichtet, eine Notbesetzung zu gewährleisten. Nicht dringliche Operationen hätten jedoch verschoben werden müssen.
In den bisherigen Verhandlungsrunden konnten der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine Einigung erzielen. Der Gewerkschaft geht es vor allem um höhere Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie um eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent im Jahresvergleich. Zudem sollen Schicht- und Wechselschichtarbeit eingeschränkt werden.
"Die Länder wollen nicht akzeptieren, dass die Universitätskliniken immer weiter zurückfallen - sowohl in Bezug auf die Gehälter der Ärzte als auch auf die Arbeitsbedingungen", kommentierte Andreas Botzlar, zweiter Vorsitzender des Bundesverbandes Marburger Bund. Dies erschwere auch die Gewinnung von Nachwuchskräften. Laut dem niedersächsischen Landesverband liegen die Grundgehälter für Ärzte an Unikliniken bei höherer Arbeitszeit etwa 200 bis 600 Euro unter denen kommunaler Krankenhäuser. Die TdL müsse dringend gegensteuern, um die Zukunft der Spitzenmedizin zu gewährleisten. (eulerpool-AFX)

