Absturz von Air-India-Flugzeug: Vorläufiger Bericht wirft Fragen auf
Der verheerende Absturz eines Flugzeugs von Air India, bei dem 260 Menschen ums Leben kamen, ist möglicherweise auf eine unterbrochene Treibstoffzufuhr zurückzuführen. Ein vorläufiger Untersuchungsbericht der indischen Flugunfallbehörde legt nahe, dass die Regler der Treibstoffzufuhr der beiden Triebwerke unerwartet in die "abgeschaltet"-Position sprangen. Diese abrupten Änderungen führten im Cockpit zu Verwirrung, jedoch konnten die Ermittler bislang keine Ursache dafür ermitteln.
Kurz nach dem Start erlitt die Boeing 787 Dreamliner einen drastischen Leistungseinbruch und verlor an Höhe. Aufzeichnungen des Stimmenrekorders offenbaren, dass ein Pilot den anderen fragte, warum der Treibstoffschalter umgelegt wurde, worauf der Kollege antwortete, er habe dies nicht getan. Ob der Flugkapitän oder der Erste Offizier sprach, ist unklar geblieben.
Luftfahrtexperte Graham Braithwaite von der Cranfield University erläuterte der BBC, dass diese Art von Treibstoff-Reglern nicht leicht versehentlich umgelegt werden können. Solche Schalter seien gesichert und erforderten eine bewusste, gezielte Bewegung. Braithwaite betonte zudem, dass der Bericht keine Behauptungen über eine aktive Handlung der Piloten bezüglich der Schalter enthält.
Das Flugzeug, das mit 242 Menschen an Bord auf dem Weg nach London war, stürzte am 12. Juni in Ahmedabad in ein Wohngebiet und ging in Flammen auf. 241 Insassen und 19 Personen am Boden verloren ihr Leben, lediglich ein Brite überlebte. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, dass das Notfallsystem des Flugzeugs, die Ram-Air-Turbine, während des Aufstiegs ausgefahren wurde. Dieses System liefert im Notfall hydraulische oder elektrische Energie.
Laut Bericht liegen keine Hinweise auf einen Zusammenstoß mit Vögeln vor, und ein "Mayday"-Notruf wurde von einem der Piloten durchgegeben. Derzeit gibt es jedoch keine Handlungsempfehlungen für Boeing oder die Betreiber der betroffenen Modelle. Air India, die den Eingang des Berichts bestätigte, machte aufgrund laufender Untersuchungen keine weiteren Kommentare.

