Verbrenner-Debatte verdeckt das wahre Problem der Autobauer
Eine Krise mit Ansage
Die Schwierigkeiten der deutschen Autoindustrie kommen für Branchenkenner nicht überraschend. Jahrzehntelanger Erfolg habe dazu geführt, dass Investitionen in neue Technologien zu lange hinausgezögert wurden. Die Strukturen seien schwerfällig geworden, während sich der Markt rasant verändert hat.
Besonders Hersteller wie BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz stehen unter Druck, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten.
Absatzmärkte brechen weg
Hinzu kommen ungünstige äußere Rahmenbedingungen. Die Zollpolitik der USA verteuert europäische Fahrzeuge spürbar. In China verlieren deutsche Premiumautos an Attraktivität, weil lokale Hersteller technologisch aufgeholt haben und preislich aggressiver auftreten.
Da die USA und China lange Zeit die wichtigsten Absatzmärkte waren, schlagen Schwächen dort direkt auf Umsatz und Gewinn durch. Analysten sprechen inzwischen von einem perfekten Sturm für die Branche.
Gewinne unter Druck, Jobs in Gefahr
Die Folgen sind bereits sichtbar. Die Erträge deutscher Autobauer liegen laut Experten auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise. Produktionsstandorte werden verkleinert, Werke geschlossen oder ins Ausland verlagert. Auch große Zulieferer geraten unter Druck.
Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie von derzeit rund 720.000 bis 2027 auf etwa 650.000 sinken. Ein weiterer Stellenabbau gilt als wahrscheinlich.


