70% Rückgang bei Unternehmenskäufen von Krypto-Treasuries: Was ist los?
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Bloomberg hat einen auffälligen Rückgang der Unternehmensinvestitionen in Krypto-Treasuries enthüllt, was auf eine signifikante Verschiebung in diesem neuen Trend hinweist, der im Laufe des Jahres den Markt erheblich verändert hat.
Die Käufe von börsennotierten digitalen Asset-Treasuries sind dramatisch gesunken, von 64.000 Bitcoin (BTC) im Juli auf nur 12.600 im August, wobei die Zahlen für September derzeit bei etwa 15.500 liegen. Dieser Rückgang entspricht einem signifikanten Rückgang von 76 % im Vergleich zur Hochphase des frühen Sommers.
Bewertung von Krypto-Treasury-Firmen sinkt
Der breitere Kryptowährungsmarkt steht vor zusätzlichen Herausforderungen, wobei Bitcoin in der vergangenen Woche fast 6 % an Wert verloren hat, was durch einen breiteren Ausverkauf gekennzeichnet ist, der durch plötzliche Liquidationen verstärkt wurde.
Anteile an einigen Treasuries, die zuvor Kapital durch PIPE (Private Investment in Public Equity) Deals aufgenommen haben, haben drastisch an Wert verloren, wobei einige bis zu 97 % unter ihren ursprünglichen Ausgabepreisen gehandelt werden.
Ein Grund für diesen Wandel ist die regulatorische Prüfung, mit Berichten, die darauf hinweisen, dass US-Behörden nun „ungewöhnliche Handelsaktivitäten“ innerhalb von digital-asset Treasury-Aktien vor deren Übernahmen untersuchen.
Markus Thielen, Leiter von 10x Research, behauptet, dass es nur begrenzte Transparenz in Bezug auf die Krypto-Anschaffungspreise der zugrunde liegenden Tokens und der tatsächlichen Aktienzahlen gibt, insbesondere da viele PIPE-Deals Warrants enthalten, die die Angelegenheit mit ihrer Volatilität und ihren Verwässerungseffekten verkomplizieren.
Die Bewertungen einiger Treasury-Firmen, die einst hohe Marktprämien genossen, sind drastisch gesunken, wobei ihr Marktwert sich dem tatsächlichen Bitcoin-Bestand annähert.
Diese Verschiebung wird durch das Markt-Cap-zu-NAV (Net Asset Value) Multiple gemessen, das nun einen besorgniserregenden Trend widerspiegelt: die Diskrepanz zwischen Aktienkursen und dem Wert der Bitcoin-Reserven schließt sich.
Verringerte institutionelle Unterstützung
Da sich Unternehmenskäufer zurückziehen, behauptet Bloomberg, dass der Kryptomarkt einen „Rückkopplungseffekt“ erlebt, der die institutionelle Unterstützung verringert. Der Bericht legt nahe, dass das Fehlen einer stabilen Kapitalquelle die Nachfrage untergräbt und zu einem unsichereren Marktumfeld führt.
Das derzeitige Umfeld hat zu einem „Zweigeschwindigkeitsmarkt“ geführt. Einerseits zeigen die Derivatemärkte erheblichen Stress, wobei die Nachfrage nach längerfristigen Futures zusammenbricht und Bitcoin-Long-Positionen im Wert von $275 Millionen innerhalb von nur 24 Stunden liquidiert wurden.
Andererseits ziehen krypto-bezogene Produkte weiterhin Investitionen an, wie der iShares Bitcoin Trust ETF zeigt, der im September Zuflüsse in Höhe von $2,5 Milliarden verzeichnete, eine erhebliche Steigerung gegenüber $707 Millionen im Vormonat.
Jeff Dorman, Chief Investment Officer bei Arca, betont, dass die aktuelle Schwäche am Kryptomarkt wahrscheinlich eine Folge der verminderten Aktivität von digitalen Asset-Treasuries ist und nicht direkt den Verkaufsdruck verursacht. Der Rückzug dieser großen Käufer habe ein vorsichtigeres Marktumfeld geschaffen.

