7 von 14 Quarantäne-Patienten in Bayern sind wieder daheim

17. Februar 2020, 20:56 Uhr · Quelle: dpa

München/Peking (dpa) - In Bayern sind inzwischen sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wieder zuhause.

Unter ihnen ist eine Familie aus dem Landkreis Traunstein, wie die Leitung der Kliniken Südostbayern am Montag mitteilte. Die Eltern mit ihren Kindern hätten das Krankenhaus in Trostberg schon am Freitag verlassen, alle seien geheilt und nicht mehr ansteckend. Vor allem für die Kinder war die Quarantäne demnach psychisch stark belastend. Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus.

Alle 14 Coronavirus-Fälle im Freistaat standen in Zusammenhang mit dem Unternehmen Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise unwissentlich eingeschleppt. Ein erster Mitarbeiter der Firma hatte am Mittwoch die Klinik in Schwabing verlassen können, zwei weitere folgten am Wochenende. «Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre wieder in seinen Alltag zurückkehren», sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Schwabing. Die meisten seiner Patienten hatten demnach lediglich leichte Covid-19-Symptome entwickelt.

Selten sind schwere Verläufe bisher auch bei den inzwischen 454 nachweislich mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs «Diamond Princess» mit dem Virus angesteckt hatten. Nach offiziellen Angaben zeigten rund 20 von ihnen schwerere Symptome.

Hunderte US-Passagiere des in Japan unter Quarantäne gestellten Schiffes wurden inzwischen in ihre Heimat ausgeflogen, darunter nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums auch mindestens 14 Menschen, bei denen das Virus bereits nachgewiesen wurde. Sie wurden in Kliniken gebracht, die anderen Rückkehrer sollten für 14 Tage in Quarantäne kommen.

Die Ergebnisse Hunderter weiterer Tests bei Menschen auf der «Diamond Princess» standen zunächst noch aus. Am Montag befanden sich noch rund 3000 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff, darunter acht Bundesbürger. Bei zwei weiteren Deutschen wurde eine Infektion nachgewiesen, sie sind in einer Klinik in Japan.

Keine weiteren Ansteckungen gab es nach derzeitigem Stand bei Passagieren und Crewmitgliedern von der in einem Hafen in Kambodscha liegenden «Westerdam». Zuvor war eine 83-jährige Amerikanerin bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus gebracht worden.

Zu den Reisenden auf dem Kreuzfahrtschiff hatten nach Angaben der Reederei auch 57 Deutsche gehört. Ein Teil von ihnen war in den vergangenen Tagen bereits an Land gegangen und hatte die Heimreise angetreten. Die bereits nach Hause gereisten Gäste würden von ihren örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktiert, teilte die Holland America Line mit.

Mit der Lage der Deutschen auf der «Diamond Princess» und der «Westerdam» befasste sich am Montag auch der Krisenstab der Bundesregierung. Dabei ging es unter anderem darum, ob für eine Rückkehr der Passagiere Unterstützung der Bundesregierung nötig ist. Für mögliche Rückkehrer gibt es laut Bundesgesundheitsministerium Überlegungen für eine Quarantäne im häuslichen Umfeld - und keine zentrale Unterbringung wie bei den Deutschen, die aus China zurückgeholt wurden.

Unterdessen hat die Covid-19-Epidemie in China nicht an Wucht verloren. Mit dem Anstieg erfasster Infektionen auf mehr als 70.000 plant die Regierung dort nun sogar eine Verschiebung der Jahrestagung des Parlaments. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass die Sitzung des nationalen Volkskongresses verlegt wird. Das wichtigste politische Ritual des Jahres hätte am 5. März in Peking beginnen sollen. Rund 6000 Abgeordnete des Volkskongresses und Mitglieder der parallel tagenden beratenden Konsultativkonferenz hätten aus allen Provinzen in die Hauptstadt kommen sollen.

Die Deutsche Bundesbank sieht inzwischen Risiken für die deutsche Konjunktur durch Covid-19 in China. «So dürfte dort ein vorübergehender Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die deutsche Exportaktivität dämpfen», schrieben die Experten im am Montag veröffentlichten Monatsbericht. China ist ein wichtiger Markt für Waren «Made in Germany». Zugleich stellt das land zahlreiche Produkte her, auch für die Weiterverarbeitung in anderen Ländern. Durch die Sicherheitsvorkehrungen wegen des Virus Sars-CoV-2 könnten einige globale Wertschöpfungsketten beeinträchtigt werden, hieß es im Monatsbericht.

Empfindlich schaden könnte die Covid-19-Epidemie nach Einschätzung von Experten der globalen Autoindustrie. Allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei würden an gut einem Dutzend Standorten fast zwei Millionen Autos pro Jahr gefertigt, heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaft BCG. Das seien etwa acht Prozent der Fahrzeugproduktion Chinas. Und nicht nur in Hubei seien über Tage Anlagen heruntergefahren geworden. Gerade für deutsche Autobauer ist China als Absatzmarkt und Fertigungsstandort sehr wichtig. VW unterbrach wegen der Lungenkrankheit dort bereits die Produktion und muss nun die Wiederaufnahme teils verschieben, erklärte der Konzern am Montag.

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17.02.2020 · 20:56 Uhr
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