23andMe in der Krise: Wer schützt unsere sensiblen Daten?
Erinnern Sie sich an 23andMe? Das Unternehmen, das seinen Kunden DNA-Testkits auf Speichelbasis anbot, um etwas über ihre Abstammung zu erfahren, hat seit seiner Gründung im Jahr 2006 für Schlagzeilen gesorgt. Ursprünglich auf Gesundheitsforschung und Arzneimittelentwicklung fokussiert, kämpfte das Unternehmen jedoch mit der Rentabilität und meldete im März Insolvenz nach Chapter 11 an.
Diese Entwicklung hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Kundendaten geweckt. Am Montag reichten 27 US-Bundesstaaten und der District of Columbia eine Klage ein, um den Verkauf des genetischen Datenarchivs von 23andMe ohne Zustimmung der Kunden zu verhindern. Hintergrund ist, dass ein Biotech-Unternehmen die Übernahme der angeschlagenen Firma anstrebt. 23andMe teilte mit, dass der Schutz der Kundendaten in jeder Transaktion von höchster Wichtigkeit sei.
Experten äußern jedoch Zweifel, da es in den USA keine einheitlichen Datenschutzgesetze gibt und nur rund 20 Staaten solche Regelungen erlassen haben. Zudem besteht die Gefahr, dass der Personalabbau im Zuge der Insolvenz die Datensicherheit gefährdet.
Im Jahr 2023 kam es bereits zu einer Datenpanne, bei der genetische Informationen von fast 7 Millionen Kunden offengelegt wurden. Dies führte zu einer Klage, die mit einer Zahlung von 30 Millionen Dollar beigelegt wurde. Der Datenschutzexperte David Choffnes betont die einzigartige Sensitivität von DNA-Daten, die sich, anders als eine E-Mail-Adresse, nicht einfach ändern lässt. 23andMe versichert, keine Daten ohne Zustimmung der Nutzer an Krankenversicherungen oder Arbeitgeber weiterzugeben und mit Strafverfolgungsbehörden nur im Rahmen rechtlicher Vorgaben zu kooperieren.
Trotzdem bleiben Schlupflöcher geöffnet, die Werbung und die Identifizierung durch Dritte ermöglichen könnten. Verbraucher, die ihre Daten löschen möchten, können dies über ihre Kontoeinstellungen bei 23andMe veranlassen. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erinnerte in einer Verbraucherwarnung daran, dass Kunden das Recht haben, ihre Daten löschen zu lassen – eine besonders wichtige Information in ökonomisch turbulenten Zeiten für das Unternehmen.

