Zwischen Evakuierungen und Verhandlungshoffnung: Der komplexe Kurs im Gaza-Konflikt
Israel intensiviert seine Vorbereitungen für eine mögliche Ausweitung des Gaza-Konflikts auf stark besiedelte Bereiche, einschließlich der Stadt Gaza. In diesem Kontext organisiert die israelische Militärbehörde Cogat die Umsiedlung von Palästinensern innerhalb des stark abgeriegelten Gazastreifens. Am kommenden Sonntag wird die Bereitstellung von Zelten und Ausrüstungen für die Unterbringung der Bevölkerung wieder aufgenommen, um diese aus den Kampfgebieten zu evakuieren. Unklar bleibt aber der konkrete Zeitplan sowie die genauen Ziele der Evakuierten.
Der umstrittene Plan, der neben der Eroberung der Stadt Gaza auch die Zentralisierung zentraler Flüchtlingslager zur Zerschlagung der Hamas vorsieht, birgt erhebliche Risiken. Einerseits besteht Gefahr für die israelischen Soldaten, andererseits für die in Gaza verbliebenen Geiseln. Nach einem verheerenden Übergriff der Hamas sowie weiterer Gruppen Anfang Oktober, bei dem hunderte Menschen getötet und mehr als 250 Geiseln genommen wurden, ist die Lage im Gazastreifen katastrophal eskaliert.
Auch die Bevölkerung regt sich in Israel: Tausende versammelten sich, um das Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen und eine Freilassung der Geiseln zu fordern. Die Organisation der Geiselangehörigen plant, mit einem landesweiten Streik am Sonntag ein Zeichen zu setzen. Dieser Aufruf könnte das öffentliche Leben kurzfristig beeinträchtigen, auch wenn die Unterstützung seitens des Gewerkschaftsbundes Histadrut bislang ausblieb.
Trotz der bislang ergebnislosen monatelangen indirekten Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln bestehen weiterhin Hoffnungen auf eine verhandlungsbasierte Lösung. Obschon offiziell keinen Gespräche stattfinden, entsteht immer wieder der Eindruck, dass hinter den Kulissen intensiv an einem Neustart des Gesprächsprozesses gearbeitet wird, unter Vermittlung internationaler Akteure wie Ägypten, Katar und den USA.

