Zwickau: Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor
Die VW-Fabrik in Zwickau steht laut dem Autoexperten Werner Olle, Mitbegründer des Chemnitz Automotive Institute, vor einer bedeutenden Weiterentwicklung. Nach der Wende von 1990 und der Umstellung zur ersten reinen E-Auto-Produktionsstätte in Europa ab 2018, richtet sich der Fokus nun auf die Kreislaufwirtschaft. Olle betont, dass Zwickau aufgrund seiner modernen Fertigungs- und Logistikstruktur ideale Bedingungen hat, um sich zu einem europäischen Zentrum für Demontage und Diagnose von Elektrofahrzeugen zu entwickeln.
Mehrere Automobilhersteller sind in diesem Bereich bereits aktiv. Renault, Stellantis und Toyota sind Vorreiter und haben entsprechende Initiativen gestartet. Insbesondere bei Toyota im britischen Burnaston, das strukturell mit Zwickau vergleichbar ist, wird dieser Ansatz mit einer Verarbeitung von etwa 10.000 Fahrzeugen jährlich verfolgt. Auch dort wird vorerst weiterhin Neuwagenproduktion betrieben, ein Konzept, das für Zwickau ebenfalls angestrebt wird.
Laut Olle wird die neue Ausrichtung zunächst weniger Personal benötigen als die Neuwagenproduktion. Aktuell sind rund 9.200 Mitarbeiter im Zwickauer Werk beschäftigt, dazu kommen Arbeitskräfte von Zulieferern. Doch vor dem Hintergrund geplanter Überkapazitätsreduktionen bis 2027, die alle deutschen VW-Standorte betreffen, wird die Produktionskapazität in Zwickau herabgesetzt. Dennoch sieht Olle Potenzial in der Umwandlungsfähigkeit des Standorts, der trotz sinkender Volumina eine zentrale Rolle in der Elektromobilitätsstrategie von Volkswagen behalten soll.

