Iran-Krieg

Nach Angriff auf Irans Gasindustrie droht weitere Eskalation

18. März 2026, 17:35 Uhr · Quelle: dpa
Iranische Anlagen am Gasfeld South Pars
Foto: picture alliance / dpa
Iranische Anlagen nahe dem größten Gasfeld der Welt wurden angegriffen. (Archivbild)
Die Golfstaaten sind längst betroffen vom Iran-Krieg. Jetzt gerät die Energieindustrie ins Visier. Israel genehmigt unterdessen die Tötung aller ranghoher iranischen Vertreter.

Teheran/Tel Aviv (dpa) - Nach Angriffen auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am größten Gasfeld der Welt droht der Iran im Krieg mit Israel und den USA, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in Golfstaaten zu attackieren. Die iranische Militärführung begründete dies damit, dass zivile und lebenswichtige Infrastruktur angegriffen worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die Zeit begrenzter Gefechte sei vorbei. Das Kriegspendel bewege sich in Richtung eines «umfassenden Wirtschaftskriegs». 

Sollten die Revolutionsgarden ihre Drohung wahr machen, Anlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar anzugreifen, würden diese noch weiter in den Krieg hineingezogen.

Angriff nahe dem größten Gasfeld der Welt

Medien berichteten unter Berufung auf israelische Regierungskreise, dass die Luftwaffe des Landes die Angriffe auf die Gasindustrie am Persischen Golf geflogen habe. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Bei Asalujeh liegt mit «South Pars» das größte Gasfeld der Welt, das der Iran und Katar getrennt voneinander ausbeuten. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums warf Israel einen «gefährlichen und unverantwortlichen Schritt» inmitten der militärischen Eskalation vor. 

Außenminister Johann Wadephul warnte vor einer Ausweitung des Kriegs. Er habe «ein wirkliches Eskalationspotenzial, was nicht nur diese Region, sondern die Welt insgesamt in eine allergrößte Krise stürzen kann», sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Israel: Irans Geheimdienstchef getötet

Israel setzte seine Angriffe auf iranische Top-Funktionäre fort. Der Geheimdienstminister Ismail Chatib sei getötet worden, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung. Außerdem hat Israels Führung nach Angaben von Katz die Tötung jedes ranghohen iranischen Vertreter genehmigt. Dafür sei keine weitere Genehmigung erforderlich. 

Laridschani und sein Sohn werden beigesetzt

Israel hat im Iran-Krieg Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet, darunter Irans obersten Führer Ali Chamenei und Sicherheitschef Ali Laridschani. Zur Trauerfeier für Laridschani und seinen ebenfalls getöteten Sohn kamen Regierungsanhänger in Teheran zusammen. Irans Geheimdienst fahndet nun nach Regierungsgegnern. Teheran ging eigenen Angaben zufolge gegen Dutzende Netzwerke von Oppositionellen vor, insbesondere Anhänger des Schah-Sohns Reza Pahlavi, der im Ausland eine führende Rolle in der Opposition beansprucht. 

Mindestens zwölf Tote in Beirut 

Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut wurden nach libanesischen Angaben mindestens 12 Menschen getötet und 41 weitere verletzt. Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, der sich längst zu einem Krieg im Nahen und Mittleren Osten ausgewachsen hat, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 2.300 Zivilisten ums Leben gekommen. Mehr als 1.400 Tote seien im Iran gemeldet worden, fast 900 im Libanon und 20 in Israel, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Tausende Menschen in den drei Ländern seien verletzt worden.

Einschlag auf Gelände von iranischem AKW

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran schlug nach Angaben aus Teheran ein Geschoss auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr ein. Das Kraftwerk selbst sei nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden. 

USA setzen Bunkerbrecher gegen iranische Stellungen ein

Die US-Streitkräfte warfen nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben auf besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus ab – einer strategisch wichtigen Meerenge, über die große Mengen Öl verschifft werden. Mehrere der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien erfolgreich eingesetzt worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten mit. Demnach zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe in der Meerenge eingesetzt werden sollten.

Diskussion um «unmittelbare Bedrohung»

In den USA war ein Regierungsmitarbeiter aus Protest gegen den Iran-Krieg zurückgetreten. US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard nahm dazu Stellung. Es obliege US-Präsident Donald Trump als Oberbefehlshaber zu beurteilen, was eine unmittelbare Bedrohung darstelle und was nicht, und ob er Maßnahmen ergreife, die er zum Schutz der eigenen Truppen, der amerikanischen Bevölkerung und des Landes für notwendig erachte, schrieb sie auf X. 

Der Chef des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Joseph Kent, hatte am Dienstag seinen Rücktritt bekanntgegeben, weil vom Iran aus seiner Sicht keine unmittelbare Bedrohung für die USA ausgegangen ist. Es sei offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten den Krieg auf israelischen Druck begonnen hätten.

Krieg / Konflikte / Iran / Israel / USA / Nahost / Eskalation
18.03.2026 · 17:35 Uhr
[8 Kommentare]
Frankfurter Börse
Frankfurt/Main - Der Dax ist am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9: 30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.120 Punkten berechnet, 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom Gründonnerstag. An der Spitze der Kursliste rangierten FMC, MTU und Brenntag, am Ende Siemens Energy, SAP und Scout24. "Anleger stehen heute vor einer […] (00)
vor 21 Minuten
Seth Rogen
(BANG) - Seth Rogen sagt, dass die zweite Staffel von 'The Studio' den Verlust von Catherine O'Hara widerspiegeln wird. Der 43-jährige Schauspieler, der 'The Studio' gemeinsam mit Evan Goldberg entwickelt hat, sprach über die Auswirkungen des Todes der Schauspielerin, die Anfang dieses Jahres im Alter von 71 Jahren verstarb. Er beschrieb die Serie nun […] (00)
vor 1 Stunde
iPhone ausschalten
Berlin (dpa/tmn) - Trotz jahrelanger Nutzung dürfte es den meisten iPhone-Besitzern wohl nur äußerst selten passiert sein. Aber wenn sich das iPhone doch mal aufhängt und so gar nicht mehr reagiert, dann wissen viele User gar nicht weiter. Dabei ist die Lösung zum Glück oft recht einfach. Ein erzwungener Neustart. Und der geht so: Die Seitentaste […] (00)
vor 9 Stunden
Instant-Play-Plattformen haben die Einstiegshürde komplett entfernt Das Wachstum von Browser-Gaming ist kein Zufall. Es wird von Plattformen getragen, die bewusst auf Reibung verzichten. Seiten wie Poki, CrazyGames, oder Miniclip Games funktionieren anders als klassische Gaming-Plattformen. Sie verlangen keine Vorbereitung, sondern ermöglichen […] (00)
vor 9 Minuten
Primetime-Check: Ostermontag, 6. April 2026
Welcher Sender tat sich bei den Jüngeren als erster «Tatort»-Verfolger hervor? ProSieben-Helden, Quiz-Jauch, oder VOX-Löwen? Ostergeschenk für zwei Tatort -Legenden: Zum Abschied von Batic und Leitmayr kam für ihre letzte Ermittlungsgeschichte "Unvergänglich" nochmal der Doppelsieg zusammen. Denn die Produktion holte führende 6,86 Millionen und wirklich schöne 27,8 Prozent ab drei Jahren. Die […] (00)
vor 1 Stunde
Alexander Zverev
Monte-Carlo (dpa) - Auf dem Motorroller düste Alexander Zverev zum Mini-Tennis-Showmatch gegen Angstgegner Jannik Sinner am Hafen von Monte-Carlo. Zverev lebt genau wie der Italiener in Monaco, er genießt hier die kurzen Wege, das malerische Ambiente und das schöne Wetter. Doch das Heimturnier ist für den deutschen Tennisstar noch aus einem anderen […] (03)
vor 1 Stunde
Märkte unter Druck: Wie Anleger jetzt reagieren sollten
Die aktuelle Marktlage im Überblick Die globalen Finanzmärkte befinden sich in einer Phase erhöhter Volatilität, die sowohl Chancen als auch Risiken für Anleger bereit hält. Geopolitische Spannungen, Zinserhöhungen und wirtschaftliche Unsicherheiten führen zu teilweise deutlichen Kursschwankungen bei Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Institutionelle und […] (00)
vor 52 Minuten
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist Chefsache: Warum Führungskräfte tiefer geprüft werden müssen
Zürich / Wien / München, 07.04.2026 (PresseBox) - Die Rekrutierung einer Führungskraft – sei es ein CEO, CFO oder CTO – ist eine der kritischsten Entscheidungen, die ein Unternehmen treffen kann. Diese Personen haben nicht nur Zugriff auf sensible Strategien und Konten, sie prägen auch die Kultur und repräsentieren die Marke nach außen. Statistiken […] (00)
vor 1 Stunde
 
Euroscheine (Archiv)
Wiesbaden - Im Jahr 2025 hat der öffentliche Gesamthaushalt 6,0 Prozent mehr […] (00)
Zwei kleine Kinder laufen auf einem Feldweg (Archiv)
Wiesbaden - In Deutschland haben zwischen der Geburt des ersten und des zweiten […] (00)
Mini-Quantenbatterie lädt drahtlos per Laser auf – eine Million Mal schneller als sie entlädt
Bislang ist es nur ein Proof-of-Concept-Projekt, also der Beweis, dass sich die […] (00)
Unfallstelle eines mutmaßlichen Autorennens mit Todesopfern
Stuttgart (dpa) - Etwas über ein Jahr ist vergangen seit dem Tod der beiden jungen […] (01)
Pernille Harder
München (dpa) - Die Fußballerinnen des FC Bayern München sind wie in den beiden Vorjahren ins […] (03)
Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Stunden ich allein in Charakter-Editoren […] (01)
Kanye West
(BANG) - Pepsi hat sich nach Kritik an Kanye West aus dem Sponsoring des Wireless […] (00)
Immobilienmarkt im Umbruch: Wie Zinssenkungen die Branche neu beleben
Die EZB handelt – Zinssenkungen kommen in vollem Umfang Die Europäische Zentralbank […] (00)
 
 
Suchbegriff