Zwei Gesichter auf dem Aktienmarkt: Autohändler schwächeln, Halbleiter glänzen
Aktuelle Entwicklungen an den US-Börsen lassen Anleger zweimal hinschauen: Während der größte unabhängige Gebrauchtwagenhändler des Landes unter einem verhaltenen Quartalsbericht leidet, schreibt ein Halbleitergigant weiter Erfolgsgeschichten dank positiver Investitionsgespräche mit einem Tech-Schwergewicht.
Donnerstag war für die großen US-Aktienindizes kein Freudensprung, sie gaben am dritten Tag in Folge nach und warteten gebannt auf einen wichtigen Inflationsbericht am Freitag. Der S&P 500 und der Nasdaq verzeichneten jeweils ein Minus von 0,5%, der Dow Jones schloss 0,4% schwächer.
Ein regelrechter Kurseinbruch um 20% traf die Aktien von CarMax, nachdem der Gebrauchtwagenhändler für sein zweites Geschäftsjahresquartal niedrigere Umsätze und Gewinne als erwartet meldete. CEO Bill Nash führte dies auf eine verfrühte Nachfrage im vorhergehenden Quartal und den Wertverlust des aufgestockten Warenbestands zurück.
Intel hingegen erlebte einen fulminanten Tag und legte 8,9% zu, was ihm den Titel des besten Performers im S&P 500 einbrachte. Hintergrund war das Gerücht, dass Apple als potenzieller Investor ins Spiel kommen könnte. Ironischerweise sieht sich Apple, vormals Intels Großkunde, mit einem Rückschlag von 1,8% konfrontiert, da die Kalifornier inzwischen verstärkt auf eigene Chips setzen.
Auf der anderen Seite der Medaille verlor Jabil trotz übertroffener Erwartungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie 6,7%. Der positive Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Nachfrage konnte den Druck in den Bereichen Automobil- und erneuerbare Energien nicht ausgleichen.
Ein Start mit einem "Verkaufen"-Rating durch Rothschild Redburn beflügelte Oracles Papiere kaum, die nach einem übermäßig optimistischen Marktausblick um 5,6% fielen.
Auch bei HSBC und IBM überschritt Technik die Grenzen des Möglichen: Ein erfolgreicher Versuch im Anleihehandel mittels IBM-Quantencomputern verbesserte die Prognosefähigkeit um 34%. IBM freute sich über eine Kurssteigerung von 5,2%, während HSBCs amerikanische Hinterlegungsscheine verloren.
Ein freudiger Tanz vollzog sich bei Lithium Americas, die nach Gesprächen über eine mögliche Beteiligung der Trump-Administration nochmals um 23% zulegten. Dies in Bezug auf ihre Thacker-Pass-Lithium-Mine in Nevada. Albemarle, der größte weltweit agierende Lithiumproduzent, stieg dampfgemäß um 4%.

