Zurückhaltung trotz leichtem Optimismus: Deutsche Wirtschaft bleibt auf der Probe
Die Bundesbank hat in ihrem jüngsten Monatsbericht einen verhaltenen Ausblick für die deutsche Wirtschaft gezeichnet. Obwohl für das dritte Quartal eine Stagnation prognostiziert wird, zeigt sich die Notenbank im Vergleich zu ihren Juni-Einschätzungen leicht optimistischer. Sie hält für das Gesamtjahr nun ein geringfügiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für möglich und könnte somit ein stagnierendes Wirtschaftsjahr gerade noch abwenden. Eine gute Nachricht kam bereits vom Statistischen Bundesamt, das für das Schlussquartal 2024 ein leichtes Wirtschaftswachstum statt eines Rückgangs meldet. Diese Verbesserung könnte eine positive Grundlage für die kommenden Monate bieten. Auch die unerwartet positive Entwicklung der Stimmungsindikatoren trägt zu einer optimistischeren Einschätzung für das dritte Quartal bei.
Dennoch bleibt die Unsicherheit im internationalen Handel bestehen, insbesondere angesichts der unberechenbaren Wirtschaftspolitik der USA. Diese stellt weiterhin eine Belastung für die deutschen Exporte in die USA dar.
Zudem sind von der Industrie im Inland im laufenden Quartal keine bedeutenden Impulse zu erwarten. Auch die Bauwirtschaft bleibt in Erwartung eines Aufschwungs gedämpft, obwohl sich bei den Auftragseingängen eine Erholung abzeichnet. Der Arbeitsmarkt zeigt sich durchwachsen, was den privaten Konsum wiederum bremst. Trotz der hohen Erwartungen schrumpfte das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent. Am kommenden Freitag wird die Behörde detailliertere Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung im Frühjahr bereitstellen.

