Zurückhaltung prägt die Märkte: Euro und globale Zinspolitik im Fokus
Der Euro zeigt sich gegenüber dem US-Dollar momentan nahezu unbeweglich und notierte am Vormittag bei 1,1289 Dollar, was einen leichten Rückgang zum Vorabend bedeutet. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor mit 1,1360 Dollar etwas höher angesetzt.
Der leichte Rückgang des Euro folgte auf den geldpolitischen Beschluss der US-Notenbank Fed und die begleitenden Kommentare von deren Vorsitzenden Jerome Powell. Powell machte deutlich, dass die Fed vorerst keine Zinssenkungen plant, insbesondere unter Berücksichtigung der derzeitigen Zollpolitik durch Präsident Donald Trump. Die zentrale Botschaft der Fed: Abwarten und die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Lage genau beobachten. Fachkreise erwarten, dass die Fed frühestens im Herbst eine Zinsanpassung in Erwägung zieht, wobei einige Experten in diesem Jahr überhaupt keine Veränderung mehr erwarten. Diese abwartende Haltung stärkt den Dollar im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen.
Auffällig sind hingegen die Verluste bei sicheren Häfen wie dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen. Diese Währungen mussten nachgeben, denn es zeichnet sich eine Entspannung in Handelskonflikten ab, was Anleger dazu bewegt, weniger auf Zufluchtsorte zu setzen. US-Präsident Trump kündigte ein bedeutendes Handelsabkommen mit einem angesehenen Partnerland an, welches Berichten zufolge Großbritannien sein soll. Bereits erste Gesprächsankündigungen mit China sorgten für Ruhe auf den Märkten.
Am Nachmittag steht noch die Entscheidung der Bank of England im Mittelpunkt, wobei Analysten mit einer Zinssenkung als einziger Maßnahme eines führenden Zentralbankgremiums in dieser Woche rechnen. Die Fed, sowie die Zentralbanken Schwedens und Norwegens haben ihre Zinsen vorerst nicht verändert. Analyst Geoff Yu von der Bank of New York Mellon kommentierte, der Ausschuss der BoE habe angesichts des Zolldrucks und der zurückgeschraubten europäischen Wachstumsaussichten im April seinen Ton beträchtlich geändert.

