Zukunft der Militärhilfen: Die Ukraine zwischen Hoffnung und Ungewissheit
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die Luftverteidigung der Ukraine hervorgehoben und betont, dass das Land gewillt sei, zusätzlich benötigte Verteidigungssysteme käuflich zu erwerben. "Starke Waffen sind der einzige verlässliche Schutz, den wir angesichts der Bedrohung durch Russland haben", erklärte Selenskyj nach einem Treffen der Ramstein-Gruppe in Brüssel.
Deutschland hat zusammen mit anderen Nationen weitere Militärhilfen in Milliardenhöhe zugesagt. Der geschäftsführende Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte an, kurzfristig Flugabwehrraketensysteme vom Typ Iris-T sowie Kampfpanzer, Artilleriesysteme und Aufklärungsdrohnen zu liefern. Auch werden mittel- und langfristige Zusagen für über 1.100 neue Radarsysteme zur Bodenüberwachung ausgearbeitet. Dies sei, so Pistorius, ein bedeutender Schritt nach vorn.
Unklar ist indes, inwieweit die USA ihre Rolle beibehalten werden, da Präsident Donald Trump bislang keine neuen Waffenlieferungen angekündigt hat und stattdessen Verhandlungen über einen Waffenstillstand favorisiert. Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth war dem Treffen der Verbündeten nur virtuell zugeschaltet.
Ebenso beeindruckend wie die Zusagen Deutschlands sind die neuen britischen Zusagen, die mit norwegischer Unterstützung den Weg für die Lieferung von Radarsystemen, Panzerabwehrminen und einer beeindruckenden Anzahl an Drohnen ebnen.
Indes sorgte die Behauptung Selenskyjs, dass hunderte Chinesen auf russischer Seite kämpfen, für Aufsehen. Dies steht im Gegensatz zur offiziellen Position Pekings, das solche Vorwürfe kategorisch ablehnt. In China sei man stets gegen eine Eskalation des Konflikts gewesen.
Für Aufsehen sorgte auch das Treffen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit Wladimir Putin in St. Petersburg, bei dem nach Angaben des Kremlsprechers Dmitri Peskow mögliche weitere Gespräche zwischen Putin und Trump nicht ausgeschlossen werden. Inmitten dieser diplomatischen Bemühungen rief Trump erneut eindringlich dazu auf, den Krieg zu beenden.
Nur kurz nach dem Ende dieser Gespräche begannen erneut russische Drohnenangriffe auf ukrainische Städte. Bürgermeister von Odessa, Kiew und Charkiw berichteten von den Angriffen und riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

