Zukunft der Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos ungewiss
Der Kaufanreiz für Elektroautos, die Befreiung von der Kfz-Steuer, steht möglicherweise auf der Kippe. Elektrofahrzeuge, die ab Anfang kommenden Jahres neu zugelassen werden, könnten nicht mehr in den Genuss dieser Steuererleichterung kommen. In der Bundesregierung herrscht derzeit keine Einigkeit über eine mögliche Verlängerung dieser Maßnahme.
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), fordert die Koalition auf, die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektroautos bis 2035 zu verlängern, wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Sie betont, dass die bisherige Steuerbefreiung ein erfolgreicher Anreiz für den Kauf von Elektrofahrzeugen sei. Diese Entwicklung könnte jedoch ab 2026 für Neuzulassungen nicht mehr greifen, mit gravierenden Folgen für den weiteren Ausbau der E-Mobilität.
Ein Sprecher von Finanzminister Lars Klingbeil hebt hervor, dass die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung bereits im Koalitionsvertrag fixiert sei und momentan geprüft werde. Beim angekündigten „Autodialog“ könnten weitere Maßnahmen zur Stärkung der Branche erarbeitet werden. Der Autogipfel ist laut Regierungskreisen für den 9. Oktober geplant. Hierbei sollen mehrere Minister, Ministerpräsidenten von Autoländern sowie Vertreter der Automobilindustrie und der Arbeitnehmerseite teilnehmen.
Das Bundesverkehrsministerium sieht die Fortsetzung der Steuerbefreiung ebenfalls als notwendig an, um einen Anreiz für Privatkäufer zu schaffen. Das federführende Bundesfinanzministerium entscheidet jedoch über den weiteren Verlauf.
Kunden von Elektroautos stehen nun vor der Unklarheit, ob ein in 2026 neu zugelassenes E-Auto bis 2035 steuerbefreit sein wird. Aktuell profitieren neu zugelassene reine E-Autos bis Ende 2025 von einer Kfz-Steuerbefreiung bis zu zehn Jahre lang, wenn sie bis Ende 2030 zugelassen werden.
CDU, CSU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität zu ergreifen, einschließlich der Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung bis 2035. Sollte die Steuerbefreiung enden, so VDA-Präsidentin Müller, könnten vollelektrische Fahrzeuge höher besteuert werden als Plug-in-Hybride. Dies wäre ein Widerspruch, der dringend von der Koalition gelöst werden müsste, um Unsicherheiten und Kaufzurückhaltung zu vermeiden.
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe beobachtet bereits jetzt eine hohe Zurückhaltung bei Privatkunden. Die derzeitige Regelung sieht vor, dass Elektroautos nach dem elften Jahr ihrer Erstzulassung oder ab 2026 mit einer Kfz-Steuer nach Gewicht belastet werden. Laut ADAC bleibt dies dennoch günstiger als bei herkömmlichen Verbrennern.
Die Unterstützung der Elektromobilität durch steuerliche Anreize könnte entscheidend sein, doch andere Faktoren wie attraktive Anschaffungspreise und günstiger Ladestrom sind ebenfalls von Bedeutung. Im Kontext verfehlter Klimaziele des Verkehrssektors soll die Elektromobilität zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen. Obwohl die Neuzulassungen steigen, scheint das Ziel von 15 Millionen vollelektrischen Fahrzeugen bis 2030 in weiter Ferne.
Änderungen bei der Förderung haben in der Vergangenheit stets deutliche Auswirkungen auf die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen gezeigt, wie die Daten des Kraftfahrt-Bundesamts belegen. Sollte es erneut zu Änderungen kommen, könnte dieses Muster wieder auftreten.

