Zollstreit schlägt Wellen auf den asiatischen Märkten
Der asiatische Aktienmarkt zeigte sich nach einer kurzzeitigen Erholung erneut unruhig. Im Zentrum des Geschehens: der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und China. Trotz seines gewaltigen Umfangs entschied das Weiße Haus, die drückenden Zölle gegen fast alle Handelspartner nicht auszusetzen, während China keinerlei Bereitschaft zur Nachgiebigkeit signalisierte. Seit der letzten Nacht gelten immense Zölle von 104 Prozent auf chinesische Waren, was auf die von Peking angekündigten Gegenzölle zurückzuführen ist. Diesem Schritt vorausging eine drastische Erhöhung der Zölle durch Präsident Donald Trump, der seinen ursprünglichen Plan von 34 Prozent auf 84 Prozent anhob. Besonders hart trifft es die geringwertigen Waren aus China, die nun mit zusätzlichen 90 Prozent verzollt werden.
Trotz dieser Unwägbarkeiten bewiesen die chinesischen Märkte beachtliche Widerstandskraft. Der Hang-Seng-Index in Hongkong blieb nahezu unverändert, während der CSI-300-Index sogar ein Plus von 0,94 Prozent verzeichnete. Eine mögliche Abschwächung der Landeswährung als chinesische Reaktion auf die Zölle könnte jedoch zu einer Eskalation führen, warnten Experten der Deutschen Bank. Dagegen fiel der Nikkei-Index um 3,93 Prozent, was auf den erstarkenden Yen und höhere Anleiherenditen zurückgeführt wird.
Australiens S&P/ASX 200 war ebenfalls betroffen und verlor 1,8 Prozent. Hier spielt die enge Handelsverbindung zu China eine maßgebliche Rolle, wobei mehr als ein Drittel der Exporte Chinas Ziel sind. Dennoch könnten Australiens Wirtschaftsstärke und deren finanzieller Spielraum ausgleichend wirken, meint Ulrich Stephan von der Deutschen Bank.
In Indien bleibt die Situation vergleichsweise stabil. Dank einer Politik der Deeskalation zeigen sich die Verluste dort überschaubar. Angesichts fehlender Vergeltungsmaßnahmen und anstehender Handelsverhandlungen könnte dieser Ansatz zukünftige Wachstumseinbußen verringern, unterstützt durch erwartete Zinssenkungen der indischen Notenbank. Der expansive Binnenmarkt bleibt weiterhin das Rückgrat des indischen Wachstums.

