Zollpolitik und Sommerflaute: Aktienmärkte in der Klemme
Die weltweiten Aktienmärkte wirken angeschlagen. Die jüngst von US-Präsident Trump angekündigten Zölle hinterlassen tiefe Spuren, sowohl in Europa als auch den Vereinigten Staaten. Analysten verweisen auf den August als traditionell schwachen Börsenmonat, ein Fakt, das die Lage jedoch nicht verbessert.
Helaba-Analystin Claudia Windt bemerkt, dass selbst europäische Länder, die von einem Zollabkommen profitieren, unter Unsicherheit leiden. Einzig US-Technologiewerte konnten neue Höchststände erreichen, während der Rest der Märkte schwächelt.
Die Frage, ob die kommenden Tage Optimismus bringen werden, bleibt unbeantwortet. Die zurückliegende Woche endete dramatisch mit einem Verlust des deutschen DAX, der mit 23.426 Punkten deutlich unter seinem Juli-Hoch von 24.639 Punkten schloss. Auch der Stoxx Europe 600 fiel unter seine bisherigen Bestmarken.
In den USA war ebenfalls ein Minus zu verzeichnen, begünstigt durch enttäuschende Arbeitsmarktzahlen. Rolf Schäffer von der LBBW erläutert, dass im Juli lediglich 73.000 neue Arbeitsplätze entstanden, was weit unter den Erwartungen lag. Die Ursachen werden den protektionistischen Maßnahmen der USA zugeschrieben, die darüber hinaus auch der heimischen Wirtschaft zusetzen.
Neben den Zöllen stellt der Sommer ein saisonales Risiko dar. Chartanalyst Christoph Geyer beschreibt die aktuelle Marktkorrektur als überfällig und verweist auf die sich abzeichnenden Muster bis Ende September. LBBW-Analyst Andreas da Graça bestätigt, dass die DAX-Performance in den Sommermonaten traditionell schwach ist, mit einem Durchschnittsverlust im August von 1,7 Prozent seit dem Jahr 2000.
Das technische Marktbild zeigt sich laut Helaba düster. Analyst Ralf Umlauf berichtet von sich eintrübenden Indikatoren im Chart. Die jüngsten Rücksetzer haben den Weg für weitere Verluste geebnet, wobei potenzielle Unterstützungsniveaus bei 23.274 und 23.051 Punkten liegen.
Inmitten dieser Turbulenzen setzt sich die Berichtssaison fort. In Deutschland werden Unternehmen wie Siemens, Allianz und Deutsche Telekom ihre Ergebnisse veröffentlichen. In den USA stehen Berichte von Berkshire Hathaway, Pfizer und Advanced Micro Devices an. Diese Berichte, zusammen mit wichtigen Konjunkturdaten aus Europa und den Zinsentscheidungen der Bank of England, dürften die Finanzmärkte in ihrem Bann halten.

