Zollgewitter über Europa: Transatlantische Spannungen belasten Automobilbranche
Die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, zusätzliche Importzölle auf Waren aus diversen europäischen Nato-Staaten zu erheben, hat am Montag vor allem deutsche Automobilhersteller unter Druck gesetzt. Grund für die neuen Zollvorhaben sei laut Trump das angestrebte, vollständige und umfassende Erwerbs-Abkommen Grönlands durch die USA. Die angekündigten Zölle, die ab 1. Februar mit 10 Prozent beginnen und ab 1. Juni auf 25 Prozent steigen sollen, könnten den transatlantischen Handelskonflikt weiter anheizen.
Henning Cosman von Barclays bezeichnete die jüngsten Äußerungen Trumps als „beunruhigende Rhetorik“. Obwohl noch nicht feststeht, ob die Zölle tatsächlich eingeführt werden, könnten sie zu einer erheblichen Belastung der Gewinnmargen europäischer Erstausrüster führen. Besonders deutsche Autobauer wären von diesem Risiko stark betroffen, so Cosman.
Die Börsen reagierten prompt: BMW-Aktien gaben um 3,3 Prozent nach, Mercedes-Benz fiel um 2,4 Prozent, Volkswagen um 2,8 Prozent und Porsche SE verlor 3,7 Prozent. Auch Zulieferer wie Continental, Infineon, Aumovio und Schaeffler verzeichneten Kursverluste. Der europäische Branchenindex für Automobiles & Parts fiel auf den tiefsten Stand seit Oktober. In Paris sanken Renault und Michelin um 1,6 Prozent, während Ferrari 2,4 Prozent und Stellantis 2,2 Prozent einbüßten.
Citigroup-Analyst Harald Hendrikse sieht düstere Zeiten für die Branche. Er betont, dass zwar schon viele Risiken in den Kursen reflektiert seien, sich die Nachrichtenlage jedoch deutlich verbessern müsse, um Investoren wieder für EU-Automobile zu gewinnen. Besonders Porsche AG und VW dürften laut ihm den stärksten Gewinnrückgang verzeichnen.
Inmitten dieser geopolitischen Spannungen bezeichnete Frank Sohlleder die Maßnahmen Trumps als "empfindliche Zoll-Keule", die die europäischen Märkte erheblich beeinflussen könnte. Angesichts des harten diplomatischen Klimas im "Polit-Thriller Grönland" ist zu erwarten, dass die Kursschwankungen weiter zunehmen werden.

