Zolldrohungen beschleunigen Kurskorrekturen im Dax
Ein erneuter Zollstreit belastet die Aktienmärkte, insbesondere den Dax, der am Montag spürbar nachgab. Ausgelöst wurde die Abwärtsbewegung durch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Importzölle auf EU-Waren ab dem 1. August auf 30 Prozent anzuheben. Verschiedene Branchen könnten von abweichenden Zollsätzen betroffen sein. Die Europäische Union reagiert umgehend und erörtert mögliche Gegenmaßnahmen, nachdem ein baldiges Einvernehmen mit den USA erhofft worden war.
Der Dax, deutscher Leitindex, sank im frühen Handel um 0,94 Prozent und pendelte zunächst knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Zählern, nachdem zuvor Gewinnmitnahmen einsetzten. Zuvor hatte der Index mit einem Jahresplus von fast 24 Prozent ein Rekordhoch erreicht, da Anleger die Zollrisiken weitgehend ignorierten. Die Lage bleibt jedoch ungewiss, wie Postbank-Anlagestratege Ulrich Stephan betont, wobei die Unsicherheit über den Verlauf der Verhandlungen wächst. Er warnt, dass volatile Marktbedingungen im Sommer durchaus Chancen bergen könnten, sollten sich stärkere Korrekturen einstellen.
Ähnlich verlief der Montag an den Märkten des MDax und des EuroStoxx 50, die jeweils Verluste von 0,85 Prozent und 0,83 Prozent verzeichneten. Während die US-amerikanischen Futures ebenfalls schwächelten, zeigten sich die asiatischen Börsen – insbesondere die aus China – optimistisch. Trotz angespannten Handelsbeziehungen konnte Chinas Außenhandel im Juni ein Wachstum verzeichnen.

