Zinsdebatte spaltet US-Notenbank: Weitere Zinssenkungen in Aussicht
Neel Kashkari, der Präsident der Federal Reserve Bank of Minneapolis, zeigte sich am Freitag überzeugt von der Entscheidung, den Leitzins der USA um einen viertel Prozentpunkt zu senken. Er plädiert zudem für gleichgroße Zinssenkungen bei den letzten beiden Sitzungen der Fed in diesem Jahr. Noch im Juni hatte Kashkari geglaubt, dass zwei solche Zinssenkungen für das gesamte Jahr ausreichen würden.
Doch das Nachlassen der Stellenzuwächse, das nicht allein durch abnehmende Einwanderung erklärt werden kann, signalisiert eine nachlassende Nachfrage nach Arbeitskräften. Deshalb sieht Kashkari nun Handlungsbedarf, um den Arbeitsmarkt zu stützen. Sorgen um eine möglicherweise steigende Inflation hielten die Fed bislang von Zinssenkungen ab. Doch nach Daten, die einen Rückgang der monatlichen Stellenzuwächse und eine höhere Arbeitslosenquote von 4,3% zeigten, wurde der Zins auf 4,00%-4,25% reduziert. Die Senkung wurde allgemein erwartet und überwiegend unterstützt, trotz einiger abweichender Meinungen innerhalb des Fed-Gremiums.
Das weitere Vorgehen der Fed bleibt dennoch unklar, da sowohl ein Anstieg der Arbeitslosigkeit als auch der Inflation im Raum steht. Kashkari betonte, dass das Risiko einer schnellen Verschlechterung des Arbeitsmarkts das unmittelbare Problem darstellt. Der von ihm favorisierte Zinskorridor bis Jahresende liegt bei 3,50%-3,75%. Sollte sich der Arbeitsmarkt widerstandsfähiger zeigen oder die Inflation unerwartet steigen, so ist Kashkari auch offen für eine Pause bei der Zinssenkung oder sogar eine Erhöhung, falls es die wirtschaftlichen Bedingungen erfordern.
Innerhalb der Fed gehen die Meinungen jedoch auseinander: Einige sehen weiteren Spielraum für Zinssenkungen, während andere zur Vorsicht mahnen. Darüber hinaus deutete Kashkari an, dass der neutrale Zinssatz auf 3,1% gestiegen sei, was die Geldpolitik lockerer erscheinen lässt, als er zuvor angenommen hatte. Selbst bei einem Zyklus von Zinssenkungen könnten die langfristigen Zinssätze nicht signifikant sinken, wodurch wenig Spielraum für Erleichterungen im Immobilienmarkt besteht.

