Zhong Shanshan: Chinas Onlineplattformen unter Beschuss
Chinas einflussreichster Unternehmer hat massive Kritik an den Online-Shoppingplattformen des Landes geäußert. Zhong Shanshan, Gründer des Getränkeherstellers Nongfu Spring, wirft diesen vor, Preiskämpfe auszulösen, die zahllosen Unternehmen und Branchen erheblichen Schaden zufügen, während China mit einem wirtschaftlichen Abwärtstrend kämpft.
In bemerkenswert offenen Äußerungen, die weitgehend von den staatlich kontrollierten Medien unterdrückt wurden, attackierte Zhong auch die chinesische Regierung. Er bezeichnete sie als 'nachlässig', da sie es versäumt habe, gegen den Trend aggressiver Preissenkungen vorzugehen. Derartige öffentliche Angriffe von chinesischen Unternehmern auf die Regierung sind ausgesprochen selten und führen oft zu Konsequenzen.
Während eines Besuchs in einer östlichen Provinz Chinas nahm Zhong insbesondere Pinduoduo, eine populäre E-Commerce-Plattform unter dem Dach von PDD Holdings, ins Visier. Laut Berichten der staatlichen Medienkritik outlet The Paper beschuldigte er die Plattform, massive Schäden an chinesischen Marken und Industrien zu verursachen. Zongs Aussage veranschaulichte einen allgemeinen Trend - das Preisdumping als Leitlinie für ganze Industrien.
Pinduoduo hat in den letzten Jahren aufgrund seiner günstigen Preisstrategie ein enormes Wachstum verzeichnet. Zhong bemängelte jedoch die Untätigkeit der Regierung, die diesen Markttrends nicht entgegenwirke und ihrer Verantwortung nicht gerecht werde.
Diese Wortmeldung erinnert an frühere Vorfälle, wie etwa die Kritik von Alibaba-Mitbegründer Jack Ma an den Banken und Finanzaufsichtsbehörden Chinas im Jahr 2020, nach der der Börsengang der Finanztochter Ant Group abgeblasen wurde. In der Folge zog sich Ma aus der Öffentlichkeit zurück, während Peking eine strikte Regulierungsoffensive im Technologie-Sektor startete.
Unter den betroffenen Unternehmen war auch Pinduoduo, das 2015 von Colin Huang gegründet wurde. Das noch junge Unternehmen hat es geschafft, sich die veränderten Konsumgewohnheiten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zunutze zu machen. In Zeiten einer stagnierenden Wirtschaft und wachsender Arbeitslosigkeit achten Verbraucher zunehmend auf den Preis, von Lebensmitteln zu Elektronikartikeln. Rabatte und Sonderangebote finden sich bei einer Vielzahl von Marken, einschließlich führender westlicher Firmen, die sonst eher den Premium-Markt bedienen.

