Zahlungsdienstleister in der Bredouille: Ausfall bei Paypal sorgt für Milliarden-Chaos
Ein unerwarteter Ausfall der Sicherheitsmechanismen beim US-amerikanischen Zahlungsdienstleister Paypal hat europaweit für erhebliche Turbulenzen im Zahlungsverkehr gesorgt. Aufgrund des Malheurs gelangten gefälschte Lastschriften in die Systeme der Banken, die dadurch Einzüge in Milliardenhöhe stoppen mussten, wie die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet. Das betraf insbesondere Lastschriften, bei denen Kunden für getätigte Online-Einkäufe Zahlungen autorisierten, die jedoch durch das ausgefallene Sicherheitssystem ungefiltert an die Banken weitergeleitet wurden.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte die Vorfälle und führte an, dass die Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr massiv waren und sich insbesondere in Deutschland bemerkbar machten. Der Ausfall traf sowohl Bankkunden als auch Händler, die durch verzögerte Abwicklungen isoliert wurden und mit finanziellen Engpässen konfrontiert waren. Verbraucherschützer rieten Kunden, ihre Paypal-Konten sorgfältig auf unberechtigte Abbuchungen zu prüfen.
Auch für die Anteilseigner von Paypal gab es schlechte Neuigkeiten: Im frühen Handel an der Nasdaq verlor die Aktie ein Prozent an Wert und war damit einer der schwächsten Werte im Index. Schon im vorbörslichen Handel hatte das Minus mit bis zu 3,4 Prozent sogar noch deutlicher ausgesehen.
Kriminelle versuchen fortlaufend, mit gefälschten Lastschriften Konten zu plündern. Diesmal war das Paypal-Sicherheitssystem, das für die Erkennung solcher Manipulationen zuständig ist, von einem Komplettausfall betroffen. Gemäß Angaben des DSGV wurde das Problem jedoch zwischenzeitlich behoben. Der Zahlungsverkehr laufe wieder normal, werde jedoch weiter überwacht.
Eine Sprecherin von Paypal versicherte gegenüber der dpa, dass die Ursache schnell identifiziert und zusammen mit den Bankpartnern behoben worden sei. Paypal arbeitet zudem eng mit den luxemburgischen Behörden zusammen, da dort der Sitz des Unternehmens für Europa ist. Deutsche Behörden wie die Bafin sind daher nicht zuständig.

