Preise für Superbenzin und Diesel sinken erstmals seit zwei Wochen

Rückgang der Kraftstoffpreise in Deutschland
In einer erfreulichen Entwicklung für Verbraucher sind die Preise für Superbenzin der Sorte E10 sowie Diesel in Deutschland zum ersten Mal seit fast zwei Wochen gesunken. Laut dem ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter E10 am Mittwoch bei 2,155 Euro, was einem Rückgang von 3,3 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht.
Der Dieselpreis fiel um 2,8 Cent auf 2,419 Euro und markierte damit den ersten Rückgang nach zwölf aufeinanderfolgenden Erhöhungen. Bereits am Dienstag war ein minimaler Rückgang beim Benzinpreis zu verzeichnen, was auf eine beginnende Entspannung der Preissituation hindeutet.
Einfluss der Ölpreise auf die Tankstellenpreise
Der Rückgang an den Tankstellen folgt einem signifikanten Rückgang der Ölpreise, der am Mittwoch stattfand, nachdem sich die geopolitische Lage im Nahen Osten beruhigt hatte. Experten warnen jedoch, dass es einige Zeit dauern kann, bis sich diese Preisanpassungen vollständig bei den Verbrauchern bemerkbar machen. Dieser sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt, bei dem ein schneller Anstieg der Preise auf einen langsamen Rückgang folgt, könnte auch hier zum Tragen kommen.
Allerdings wurde am Donnerstagmorgen der Spielraum für weitere Preissenkungen etwas eingeschränkt, da die Ölpreise erneut anstiegen. Dies könnte die kurzfristige Entlastung an den Zapfsäulen wieder in Frage stellen.
Langfristige Preisentwicklung und staatliche Maßnahmen
Insgesamt bleibt festzustellen, dass das Tanken derzeit erheblich teurer ist als vor dem Ausbruch des Krieges. Der Preis für E10 liegt aktuell etwa 38 Cent höher, während Diesel sogar um 67 Cent teurer ist als vor den Krisen. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der steigenden Spritpreise haben bislang keine signifikante Wirkung gezeigt.
Vergleich mit den Nachbarländern
Ein Blick auf die Preisentwicklung in den EU-Nachbarländern zeigt, dass die Benzinpreise in Deutschland zuletzt deutlich schneller gestiegen sind. Daten der EU-Kommission, die von der dpa ausgewertet wurden, belegen, dass die Preiserhöhungen in Deutschland im Vergleich zu den Nachbarn beschleunigt sind. Diese Analyse umfasst auch die Tage, an denen die neue 12-Uhr-Regel in Kraft trat, die eine einmal tägliche Preiserhöhung zur Mittagszeit vorsieht.
Kritiker dieser Regelung hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass sie möglicherweise die Preise anstatt sie zu senken, weiter anheizen könnte. Ob dies tatsächlich der Fall ist, lässt sich aus den vorliegenden Daten jedoch nicht eindeutig ableiten. Bei den Dieselpreisen gab es zudem keine signifikanten Auffälligkeiten, die auf eine solche Entwicklung hindeuten würden.

