Investmentweek

Xiaomi will mit E-Autos bald Geld verdienen

05. Juni 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Chinas Tech-Riese Xiaomi plant, noch 2025 mit seinem neuen Autogeschäft in die Gewinnzone zu fahren. Der zweite SUV steht bereits in den Startlöchern. Doch der Weg in den profitablen Automarkt ist voller Tücken.

Tech meets Straße – und plötzlich zählt jede Schraube

Kaum ein Unternehmen in China wächst so schnell und ambitioniert in neue Märkte wie Xiaomi. Ursprünglich mit günstigen Smartphones gestartet, verkauft der Konzern heute alles: Fernseher, Staubsauger, Smartwatches, Heizlüfter – und seit Neuestem auch Elektroautos.

Nun überrascht das Unternehmen mit einem ehrgeizigen Versprechen: Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 soll das neue Geschäft mit E-Autos profitabel laufen. Das kündigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag an – direkt auf Zuruf von Gründer und CEO Lei Jun.

18,1 Milliarden Yuan Umsatz stehen im ersten Quartal im Elektrofahrzeugsegment. Der Verlust: 0,5 Milliarden Yuan. Noch tiefrot, aber angeblich nur auf Zeit. Der Turnaround soll kommen – und zwar schnell. Die Frage ist: Wie realistisch ist das?

Zweiter Stromer kommt im Juli

Xiaomi bringt im Juli sein zweites E-Auto auf die Straße: den YU7, einen vollelektrischen Mittelklasse-SUV. Das erste Modell, der sportliche SU7, hat in China bereits für Aufmerksamkeit gesorgt – vor allem wegen des Designs und der Softwareintegration.

Optisch Tesla, preislich deutlich günstiger, technisch überraschend ausgereift. Und wie gewohnt aus dem Hause Xiaomi: stark vernetzt, voll integriert ins hauseigene Ökosystem. Wer ein Xiaomi-Handy besitzt, soll im Auto nicht umdenken müssen – das ist die Vision.

Die Stückzahlen sind allerdings noch gering. Es ist ein Testlauf, ein Markttest mit viel PR. Das SUV-Modell YU7 soll nun zeigen, ob Xiaomi auch in der Breite mithalten kann. Denn der chinesische Automarkt ist der härteste der Welt – nirgends ist der Wettbewerb bei Elektroautos brutaler.

Verlust trotz Milliardenumsatz – kann das gutgehen?

Dass Xiaomi mit dem EV-Geschäft im ersten Quartal fast 70 Millionen Dollar Verlust gemacht hat, ist nicht ungewöhnlich für einen Neuling im Autosektor. Zum Vergleich: Auch Tesla schrieb in seinen Anfangsjahren jahrelang tiefrote Zahlen – und wurde trotzdem gefeiert.

Doch Xiaomi operiert in einem anderen Kontext: Der chinesische E-Automarkt ist überhitzt, die Margen sind dünn, die Konkurrenz zahlreich und staatlich gestützt.

Zudem subventioniert Xiaomi seine Fahrzeuge offenbar massiv, um Marktanteile zu gewinnen. Der SU7 kostet in China unter 30.000 Dollar – inklusive High-End-Ausstattung und intelligenter Fahrassistenzsysteme.

Bei westlichen Herstellern wäre das undenkbar. Xiaomi will nicht mit Gewinn, sondern mit Volumen punkten. Doch der Weg zur Rentabilität bei so einer Strategie ist steinig.

Der SU7 sorgte für Aufmerksamkeit, doch Xiaomis Einstieg in den E-Automarkt kommt spät – der Preiskampf in China ist längst eskaliert.

KI, Chips und Autos – ein riskanter Wachstumsmix

Das Autogeschäft ist nicht das einzige Großprojekt, das Xiaomi gerade vorantreibt. Auch in den Bereichen künstliche Intelligenz, hauseigene Prozessoren und Robotik investiert das Unternehmen hohe Summen.

Lei Jun will Xiaomi zu einem chinesischen Apple machen – allerdings mit größerer Breite und mehr Hardwaretiefe. Das kostet. Und zwar Milliarden.

Die Wette lautet: Wer früh skaliert, dominiert morgen. Doch die Erfahrung aus der Branche zeigt: Nicht jede Techfirma kann Auto. Und nicht jedes Autogeschäft wird profitabel – auch nicht in China. Schon jetzt hat der Rückzug zahlreicher Start-ups und Übernahmen durch Staatskonzerne begonnen. Xiaomi will sich gegen diesen Trend stemmen. Noch ist offen, ob das gelingt.

Anleger hören zu – aber bleiben skeptisch

An der Börse werden Xiaomis Ankündigungen mit Interesse, aber auch mit Vorsicht verfolgt. Der Aktienkurs reagierte zuletzt kaum. Der Markt scheint dem Autoversprechen zu glauben – aber nicht blind.

Die nächste Bewährungsprobe kommt im dritten Quartal, wenn Xiaomi zeigen muss, ob sich das E-Auto-Geschäft tatsächlich drehen lässt. Analysten bleiben vorsichtig: Wer in wenigen Monaten aus der Verlustzone fährt, hat entweder radikal gespart – oder zu optimistisch kalkuliert.

Finanzen / Quartalszahlen
[InvestmentWeek] · 05.06.2025 · 16:00 Uhr
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