WpI MaRisk AT 4.3.3 – Risikomanagement & Stresstests: Schlank, wirksam, BaFin-konform
Unterföhring bei München, 18.08.2025 (PresseBox) - AT 4.3.3regelt, wie Du Risikenidentifizierst, bewertest und durch Stresstests absicherst.
Für kleine Institute bedeutet das: Du kannst hierviel vereinfachen– solange Deine Wesentlichkeitsprüfung(siehe Artikel 2)solide ist.
Mittlere Institute haben etwas mehr Pflichten, können diese aber gezielt skalieren.
ABSCHNITT/THEMA / KERNAUSSAGE / KLEINE WPI / MITTLERE WPI / TO-DO/NACHWEIS
1) Zielsetzung BaFin
- Frühwarnsystem, Schockvermeidung durch Szenarien, Proportionalität
- Vereinfachen ist erlaubt – solide Wesentlichkeitsprüfung nötig
- Erhöhte Tiefe, aber skalierbar nach Risiko & Komplexität
- Grundsatzpapier zu AT 4.3.3 mit Proportionalitätsbegründung
2) Risikoinventur
- Systematische Erfassung wesentlicher Risiken
- 1× jährlich; Fokus auf wesentliche Risiken
- Laufende Erfassung + jährliche Vollinventur
- Risikoinventar, Materialitätskriterien (AT 2.2)
2) Stresstests
- Szenarien zur Beurteilung der Widerstandsfähigkeit
- Einfache Einzelszenarien (z. B. IT-Ausfall, Umsatzrückgang)
- Quantitative Modelle/Mehrfach-Szenarien (Kombi-Schocks)
- Stresstestplan, Ergebnisse, Maßnahmenpläne
2) Dokumentation
- Nachvollziehbarkeit & Prüfungsfestigkeit
- Kurzbericht: Szenario, Ergebnis, Maßnahmen
- Detailberichte: Methodik, Annahmen, Berechnungen, Ableitungen
- Versionierung, Freigaben, Revisionsspur
2) Frequenz
- Regelmäßigkeit + Anlassbezug
- Mind. jährlich; ad hoc bei Änderungen
- Mind. jährlich; quartalsweise Updates wesentlicher Risiken
- Jahresplan + Anlass-Trigger (Schwellen/KRI)
2) Interne Kommunikation
- Managementeinbindung sicherstellen
- Direkt an Geschäftsleitung berichten
- Regelberichte an Geschäftsleitung & Risikokomitee
- GL-Protokolle, Komitee-Minutes
3) Schritt 1 – Auswahl
- Wesentlichkeit filtert Prüfungsumfang
- Nur wesentliche Risiken in das Programm
- Gleiches Prinzip, aber breiter & datenbasiert (KRI)
- AT 2.2-Nachweis, Materialitäts-Memo
3) Schritt 2 – Szenarien
- Klar, plausibel, institutsspezifisch
- Max. 3–5 einfache Szenarien/Jahr
- Mehrdimensionale Szenarien inkl. Markt & Liquidität
- Szenario-Steckbriefe mit Parametern
3) Schritt 3 – Wirkung
- Auswirkungen qualitativ/quantitativ abschätzen
- Qualitativ + grobe €/%-Schätzung optional
- Quant-Auswertung, Verlustwahrscheinlichkeiten
- Impact-Tabellen, Sensitivitäten
3) Schritt 4 – Maßnahmen
- Konkrete Steuerungsimpulse
- Notfallpläne, Limits, Kreditlinien anpassen
- Kapitalmaßnahmen, Pufferstrategie, Eskalationswege
- Maßnahmenplan mit Verantwortlichen & Terminen
3) Schritt 5 – Dokumentieren
- Prüfungssichere Ablage
- Muster-Tabelle (Risiko, Szenario, Wirkung, Maßnahme …)
- Berichte für GL/Risikokomitee, SREP-fähig
- Doku-Checkliste, Ablageordnung
4) Mittlere WpI – erweitert
- ILAAP-Anbindung & Governance
- —
- Lfd. Monitoring (KRI), Kombi-Szenarien, ICAAP/ILAAP-Integration
- ILAAP-Handbuch, Reporting-Kalender
5) Typische Fehler
- Unproportional, zu komplex, ohne Maßnahmen & Rückkopplung
- „Keep it simple“, Auswahl begründen
- Praxis statt „Papierübung“, Anlass-Stresstests
- Lessons-Learned-Log, Abstellmaßnahmen
6) Schnittstellen
- Verzahnung mit anderen AT-Bereichen
- AT 2.2 (Wesentlichkeit), AT 7 (Notfall)
- AT 4.1 (Kapitalplanung), ICAAP/ILAAP
- Mapping-Tabelle AT 2.2 / AT 4.1 / AT 7
7) Praxis-Tipp (klein)
- Einfach, aber prüfungssicher
- 3–5 Szenarien, klare Begründung, GL-Protokoll
- —
- Vorlage: Szenario-Steckbrief & Maßnahmenplan
8) Fazit
- Wesentlichkeit + klare Szenarien + Maßnahmen = wirksame Steuerung
- Ressourcenschonend & proportional
- Skaliert & SREP-tauglich
- Jährlicher Review, KPIs & Trigger festlegen
1. Zielsetzung der BaFin bei AT 4.3.3
- Frühwarnsystemfür Risiken
- Vermeidung von Schocksdurch Szenario-Analysen
- Proportionalität: Aufwand muss zur Größe, Komplexität und Risikostruktur passen
KRITERIUM / KLEINE WERTPAPIERINSTITUTE / MITTLERE WERTPAPIERINSTITUTE
Risikoinventur
- 1× jährlich, Fokus auf wesentliche Risiken
- Laufende Risikoerfassung + jährliche Vollinventur
Stresstests
- Nur für wesentliche Risiken, einfache Szenarien (z. B. Umsatzrückgang, IT-Ausfall)
- Für alle wesentlichen Risiken, quantitative Modelle oder Szenario-Kombinationen
Dokumentationspflicht
- Kurzbericht mit Szenario-Beschreibung, Ergebnis & Handlungsempfehlung
- Detaillierte Berichte inkl. Methodik, Annahmen, Berechnungen und Ableitungen
Frequenz
- Min. jährlich, ad hoc bei gravierenden Änderungen
- Min. jährlich, quartalsweise Updates bei wesentlichen Risiken
Interne Kommunikation
- Direkter Bericht an Geschäftsleitung
- Regelmäßige Berichte an Geschäftsleitung + Risikokomitee
Schritt 1 – Risiken auswählen
Nutze DeineWesentlichkeitsprüfung (AT 2.2)als Filter:
- Nur Risiken, diewesentlicheingestuft sind, kommen ins Stresstest-Programm.
- Beispiel Marktpreisrisiko:Kursrückgang von 20 % innerhalb eines Monats
- Beispiel Liquiditätsrisiko:Umsatzrückgang von 30 % in 3 Monaten
- Beispiel IT-Risiko:Systemausfall von 2 Tagen während Hauptgeschäftszeit
- Qualitativ:Welche Prozesse, Kunden, Umsätze sind betroffen?
- Quantitativ (optional):Grobe Schadensschätzung in EUR oder % vom Ergebnis
- Sofortmaßnahmen (Notfallpläne)
- Präventive Anpassungen (z. B. Notfall-IT, Kreditlinien)
- Anpassung von Limits
Muster für kleine Institute:
RISIKO / SZENARIO / AUSWIRKUNG / MASSNAHME / DATUM / VERANTWORTLICH
IT-Ausfall
- 2 Tage Downtime
- Verzögerung von Kundenaufträgen, Reputationsschaden
- Redundante Serverstruktur prüfen
- 15.07.2025
- IT-Leiter
Umsatzrückgang
- -30% in Q4
- Verlust von 200TEUR, Liquiditätsreserve belastet
- Marketingbudget kürzen, Kreditlinie anpassen
- 15.07.2025
- CFO
4. Umsetzung für mittlere Institute – die erweiterten Anforderungen
- Risikoidentifikation: Laufendes Monitoring, z. B. über Key Risk Indicators (KRI)
- Mehrdimensionale Szenarien: Kombination mehrerer Risiken (z. B. Marktcrash + Liquiditätsengpass)
- Quantitative Simulationen: Nutzung von Modellen zur Berechnung von Verlustwahrscheinlichkeiten
- Regelmäßige Berichte: Vorlage im Risikokomitee, Integration in ICAAP
- Ableitung von Kapitalmaßnahmen: Verbindung zur Kapitalplanung (AT 4.1)
-Alles testen, ohne Wesentlichkeit zu prüfen→ unnötiger Aufwand, nicht proportional
-Szenarien zu komplex→ kleine Institute verlieren Fokus, Ergebnisse werden unverständlich
-Keine klare Ableitung von Maßnahmen→ BaFin sieht Stresstests als „Papierübung“
-Ergebnisse nicht ins Risikomanagement zurückgespielt→ keine Steuerungswirkung
6. Schnittstellen zu anderen MaRisk-Bereichen
- AT 2.2 Wesentlichkeit→ Filtert, welche Risiken getestet werden
- AT 4.1 Kapitalplanung→ Stresstestergebnisse fließen in Kapitalpuffer ein
- AT 7 Notfallmanagement→ Szenarien können als Grundlage für Notfallübungen dienen
Keep it simple – aber prüfungssicher:
- Max. 3–5 Szenarien pro Jahr
- Klare, verständliche Begründung der Auswahl
- Direkte Verknüpfung zu Maßnahmen & Verantwortlichkeiten
- Ergebnisseimmerin der nächsten Geschäftsleitungssitzung protokollieren
MitAT 4.3.3gibt Dir die BaFin ein Werkzeug in die Hand, um Risikengezielt zu prüfenundsteuernd einzugreifen– ohne dass Du als kleines Institut unnötige Ressourcen verschwendest.
Der Schlüssel liegt in derVerknüpfung von Wesentlichkeit, klaren Szenarien und praktischen Maßnahmen.
Tipp:Du kannst unserkostenfreies Whitepaperzu WpI MaRisk 2025 direkthier anfordern.
WpI MaRisk 2025 – Ressourcen & Praxisleitfäden
Dein Einstieg
- AT 2.2 Wesentlichkeitsprüfung – Dein Praxisleitfaden
- AT 4.3.3 Risikomanagement & Stresstests
- AT 4.3.3 Stresstests für kleine Institute
- AT 7.3 Notfallmanagement – kompakt erklärt
BTR-Module – Risikomanagement
- BTR – Allgemeine Anforderungen
- BTR 1 – Risiken aus laufender Tätigkeit
- BTR 2 – Sonstige Risiken der laufenden Tätigkeit
- BTR 3 – Liquiditätsrisiken wirksam steuern
- BTR 4 – Risiko einer ungeordneten Abwicklung
- Risikomanagement – Anforderungen in BT 2, BTR 3 & BTR 4
- Risikomanagement nach WpI MaRisk – Umsetzung in der Praxis
- ILAAP 2025 – Anforderungen für kleine und mittlere Institute


